Wild beleuchtetes Haus
Sonntag, 10. Dezember
Das Programm meines Trägers für Dezember wurde stilvoll ins Arkansas State Theater verlegt. Im Rahmen der Weihnachtskonzerte hörten wir den "Messiah" von Händel. Den Eintritt "erarbeiteten" wir Gastschüler uns übrigens durch Verteilen der Programmhefte und Platzzuweisungen.
Dienstag, 12. Dezember
Zum Englischkurs war ich überraschenderweise als einziger Besucher erschienen. Der Grund dafür war einer der vielen nationalen Tests (s. auch "Schule"), die ein amerikanischer Schüler im Laufe seiner Schulzeit über sich ergehen lassen muss.
Heute stand ein Army Test für Juniors, also 11. Klasse, auf dem Programm. Die Prüfung war wohl nur von untergeordneter Bedeutung, da nachher niemand besonders überarbeitet aussah. Trotzdem war es ein willkommener Anlass für Coach Rip, seinen nachfolgenden Kurs über Amerikanische Geschichte zwecks Erholungsmöglichkeit ausfallen zu lassen. Einwände von Schülerseite wurden nicht geäußert.
Freitag, 15. Dezember
Am Abend stand das Thermometer auf fast -20 ºC. Ich ließ es mir jedoch nicht nehmen, zu der bereits erwähnten vierspurigen Hauptstraße auf unserem Hügel, der Cantrell Road, hinaufzugehen und das Haus eines Architekten anzuschauen. Als Attraktion ließ er nämlich sein kamerabewachtes Domizil alljährlich vor Weihnachten von Kunststudenten mit Tausenden roter Weihnachtslichtern ausstaffieren. Diesmal stand ein riesiger armamputierter Weihnachtsmann über dem Tor, und der Garten konnte wegen der roten Lichterketten überhaupt nicht passiert werden. Auf dem Hausdach standen zwei überdimensionale Lichterkreuze, und auf die Gartenmauern wurde ein Schlitten samt Geschenken gestellt. Da dieser Straßenabschnitt wegen der Schaulustigen fix zu einer potentiellen Unfallstelle zu werden drohte, zog ich es nach zehn Minuten vor, den frostigen Temperaturen nicht mehr zu trotzen.

