Wo geht's denn hin?

Die Gastfamilie, wichtigstes soziales Umfeld des Schülers, hat natürlich eine überragende Bedeutung im Laufe des Aufenthaltes.
Da Interessenten für einen Aufenthalt als Gastschüler lediglich soweit Einfluß auf die Wahl einer Gastfamilie nehmen können, wie sie die Angaben zu ihrer Wunschfamilie wahrheitsgemäß in den Bewerbungsbogen eintragen, darf man die Antworten nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Alle Bewerber sollten sich daher bereits vorab einige Gedanken machen, in welchem Umfeld sie sich wohlfühlen könnten.

Zunächst sollte man entscheiden, in welcher Region man das Schuljahr verbringen möchte, wobei manche Veranstalter - meist gegen Aufpreis - die Unterbringung in einer gewünschten Gegend zusichern.
Dann sollte man sich darüber klarwerden, wie groß die anvisierte Gemeinde oder Stadt sein soll.
Auf ländliche Gebiete und Städte bis zu 200.000 oder 300.000 Einwohnern etwa trifft das im Kapitel "The American Dream" Geschilderte besonders zu. Die soziale Einbindung und das besonders ausgeprägte nachbarschaftliche Verhältnis sind ausgeprägte Züge im Zusammenleben.
Ein Gastschüler wird hier mit Interesse empfangen und rasch integriert sein. Man ist so schnell bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Den ausländischen Akzent finden die meisten wunderschön, und stellen gerne weitere Kennenlernfragen bis zum "Sag mal bitte etwas auf Deutsch".

Größere Städte sind natürlich anonymer, so dass sich anfangs ein Gefühl von Isolation und Verlassenheit einstellen mag. Auf der anderen Seite lernt man rasch, sich auf sich selbst zu verlassen; eigene Stärken und Schwächen kommen bald zum Vorschein.

Mit der Zeit kann man auch einen ganz persönlichen Bekannten- und Freundeskreis aufbauen, ohne immer im Mittelpunkt stehen zu müssen.
In großen Städten sind wegen der vielen Einwanderer ein ausländischer Akzent oder Sprachschwierigkeiten keine Seltenheit, so dass Sprachdefizite von Austauschschülern kaum auffallen. Dies wird die Hemmschwelle beim Sprechen herabsetzen, aber vom Gesprächspartner wird z.B. in einem Geschäft ja auch keine besondere Aufmerksamkeit zu erwarten sein.