Hausaufgaben oder Abschreibübungen

26. August
Eigentlich kann man diesen Tag als meinen ersten richtigen Schultag bezeichnen, denn nun gab es richtig Stoff und jede Menge Hausaufgaben. Auf diese wurde an meiner Highschool besonders viel Wert gelegt, da sie immer zur Bewertung eingesammelt wurden. Allerdings gestalten sie sich auch nicht zu schwierig, da die meisten eigentlich nur Abschreibübungen waren. Kein Austauschschüler sollte sich allzu große Sorgen machen, denn alle werden problemlos mitkommen und das ohne größeren Lernaufwand. Das bestätigen viele ehemalige Gastschüler.

Außerdem sollte es in dieser Woche einen Test über die USA geben, bei dem alle Bundesstaaten mit Hauptstadt gewusst werden sollten. Zugeben, die musste ich dann schon lernen, aber während der Schulzeit kam das eher selten vor.

Am Abend veranstaltete die Schule ein „Meet the teams“, was bedeutet, dass der Öffentlichkeit die Sportteams der Saison der Thompson Highschool vorgestellt wurden. Insgesamt kein besonderes Ereignis, abgesehen davon, dass die Trainer zu jedem Spieler etwas erzählt haben. Damit kannte mich durch das Volleyballteam jetzt ganz Thompson, weil natürlich nicht verschwiegen wurde, dass ich aus Deutschland kam.

Cooles Footballjersey

27. August
So, jetzt begann der Schulstress. Wie gesagt, damit meine ich nicht den Lernaufwand oder die Schwierigkeit des Stoffes, sondern eher die Länge des Schultages und die Masse an Hausaufgaben. Hinzu kam für mich natürlich das Volleyballtraining, das sich gleich nach der Schule anschloss. Damit begann mein Schultag um 8.35 Uhr und endete um 18.30 Uhr. Doch meine Empfehlung an alle künftigen Gastschüler ist es, unbedingt ein Zusatzangebot wahrzunehmen, ob nun im sportlichen Bereich oder im künstlerischen, denn eine amerikanische Highschool bietet in der Regel ausreichend Möglichkeiten. Die Angebote sind ein toller Zeitvertreib, denn wer möchte schon nach der Schule zu Hause sitzen? Da käme nur Heimweh auf. An der Schule hingegen lernt man viele Leute kennen, die später bestimmt gute Freunde werden.

An diesem Tag schloss sich nach dem Volleyballtraining ein Besuch bei Tammys Mutter an, denn sie hatte Geburtstag und natürlich hatte ich auch eine Kleinigkeit besorgt. Wie daheim gab es bei Kaffee und Kuchen viel zu lachen, eine kleine Familienfeier eben. Deshalb war ich auch sehr spät zu Hause, und es stand am nächsten Morgen wieder ein langer Tag an.

Übrigens hatte sich meine Vermutung bestätigt, unser Physikunterricht war gewöhnungsbedürftig, denn manchmal musste unser sehr junger Lehrer selbst überlegen. Trotzdem hatten wir in dieser Stunde jeden Tag viel Spaß. Falls ich es noch nicht erwähnt habe, in den USA hat man jeden Tag die gleiche Abfolge von Stunden und zwar von allen Kursen, die man gewählt hat, in der Regel sechs.

Außerdem wurde in der Schule heute viel über das Footballspiel am kommenden Freitag geredet. Megan versprach mir das Footballjersey von ihrem Freund zu besorgen, damit ich es zum Spiel tragen konnte, sehr nett von ihr, wie ich fand.