Viel Spaß beim Turnier

6. September
Heute stand einmal mehr ein langweiliger Freitagabend auf dem Plan, denn ich konnte leider wegen eines am nächsten Tag angesetzten Volleyballturnier nicht das Footballspiel besuchen.
Deshalb wollten unsere Trainer, dass wir früh zu Bett gingen und besser zu Hause blieben. Wie man sich denken kann, war ich nicht gerade begeistert davon und geriet schon wieder in einen kleinen Konflikt mit der amerikanischen Jugendkultur.

7. September
Heute war der lange Tag des Volleyballturniers, aber es hat richtig Spaß gemacht. Zum einen habe ich in jedem Match gespielt, und wir haben nur gegen den späteren Gesamtsieger verloren. Zum anderen haben wir die Pausen mit den Footballspielern, die uns zum Turnier begleitet hatten, verbracht, was sehr lustig war.
Außerdem habe ich eine andere Austauschschülerin, Dora aus Ungarn, kennengelernt. Dadurch konnte ich Erfahrungen mit ihr austauschen. Es ist immer wieder toll, mit anderen Gastschülern zu sprechen und dabei zu erfahren, wie es ihnen in den Staaten ergeht.
Nach dem Turnier machte sich Amanda auf, um ebenfalls auf das Reitturnier zu fahren, doch obwohl es eine interessante Erfahrung gewesen wäre, wollte ich mich erst vom Stress der letzten Tage erholen und fuhr nach Thompson zurück.

Trauertag am 11. September

10. September
Ein weiteres Auswärtsspiel stand heute für uns Volleyballmädels an. Ich kann nur sagen, dass mich der Sport zeitlich ganz schön eingenommen hat, doch zum Glück ging die Saison ja nur drei Monate. Nach der Schule und vor dem Spiel fuhr ich mit Megan noch schnell nach Grand Forks zum Subway, um etwas zu essen zu besorgen. Auf diesem Roadtrip habe ich bestimmt Blut und Wasser geschwitzt, da Megan die schlimmste Autofahrerin aus ganz Thompson war. Trotzdem, oder gerade deshalb, war es immer wieder ein Erlebnis, bei ihr einzusteigen.

11. September
Der Anschlag auf das World Trade Center in New York City jährte sich, weshalb heute so etwas wie ein Trauertag für die Amerikaner anstand. Die Schüler wurden aufgefordert Rot, Weiß und Blau, eben die amerikanischen Nationalfarben, zu tragen, und vor dem Unterricht gab es eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags. Bei solchen Aktionen sollten sich unbedingt auch Austauschschüler beteiligen, andernfalls würde das als Respektlosigkeit wenn nicht sogar Provokation vor dem fremden Land und seinen Einwohnern gedeutet werden. Dass europäische Terroropfer, wie aus Nordirland, nicht betrauert werden, geschweige denn, dass viele Amerikaner nichts über die politische Situation in Europa wissen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Manchmal ist es ratsamer, seine Meinung für sich zu behalten.
Trotz dieser traurigen Ereignisse beschlossen Megan, Amanda und ich heute, zu dritt zum Homecoming zu gehen, um dieser kindischen Diskussion ein Ende zu setzen.