Ab in die Wärme!

Während ich solche und ähnliche Gedanken wälzte, waren einige wichtige Angelegenheiten zu erledigen.
Etwa sieben Monate vor dem Abreisetermin trafen die Unterlagen für die Gastfamilie ein: über zehn satte Seiten mit allen möglichen Fragen über meine Interessen, Hobbys, etc. sowie meine Vorstellungen von meiner Gastfamilie! Dazu kamen noch jeweils ein Brief von mir und von meinen Eltern an die Gastfamilie, ein aus mindestens vier Bildern bestehendes Mini-Fotoalbum sowie doppelseitige Formulare, die von unserem Hausarzt, meinem Englischlehrer und von meiner Tutorin ausgefüllt wurden. Damit zum Beispiel mein Impfbogen vollständig ausgefüllt werden konnte, bekam ich sage und schreibe fünf zusätzliche Impfungen.
Der Bogen enthielt außerdem einen für mich wichtigen Punkt: Aufgrund meiner frühen Anmeldung wurde mir zugesichert, in einem von mir gewählten Gebiet untergebracht zu werden. Dazu wurden die Staaten in Gruppen Nordwest, Nordost, Südwest und Südost aufgeteilt, wobei ich mich für die Gruppe Südost entschied. Hauptkriterium für mich: es sollte nicht zu kalt sein.

Schließlich waren alle Fragen beantwortet, alle Bilder eingeklebt und der Info-Bogen konnte abgeschickt werden. Die Bedeutung dieses Bogens wurde mir jedoch erst etwas später richtig bewusst. All diese Angaben dienen dazu, eine geeignete Gastfamilie zu finden. Der Bogen ist dadurch quasi die Visitenkarte des Schülers für die Gastfamilie. Die Notwendigkeit von ehrlichen und überlegten Antworten wird leicht verständlich, wenn man sich klarmacht, dass die Auswahl der Gastfamilie nur anhand der Angaben im Bogen erfolgen kann.
Die folgenden Monate vergingen mit der Suche nach der Gastfamilie, wobei ich nur hin und wieder Nachricht von meinem Veranstalter erhielt. Anfang des Sommers beschleunigten sich dann die Ereignisse. Schließlich blieben nur noch knapp zwei Monate bis zur Abreise.