Themen:
Gemeinschaftskunde
Gesellschaftlicher Kitt
In der Tat: in Anbetracht der wenigen Pflichtfächer, Englisch (Muttersprache?), Mathematik und zwei inhaltlich nahe beieinanderliegenden Fächern, "Amerikanische" Geschichte" und "American Government", also eine Art Staatsbürger- oder Gemeinschaftskunde, zu dem das alte Fach Geschichte ja auch bei uns verkommen ist. Inhalt der "Amerikanischen Geschichte" ist im wesentlichen natürlich nur die der Vereinigten Staaten, beileibe nicht die des ganzen Kontinents, was auch zeigt, wie der Begriff "Amerika" von den USA usurpiert wird. Fakten, Namen, Jahreszahlen sind Unterrichtsgegenstand, so dass Prüfungen auch bequem über Fragebögen zum Ankreuzen (Multiple Choice) erfolgen können.
Es geht nicht mehr darum, welche Interessen hinter der "Geschichte", den Ereignissen stehen, warum etwas geschieht, was die Welt tatsächlich bewegt, sondern nur noch darum, wie die Institutionen funktionieren, die Wahlen, die Justiz usw. Immer wieder stößt man bei Diskussionen auf den "Law Abiding Citizen", den gesetzestreuen Bürger, der die Diskussion mit "that´s the law" beschließen will. Das Gesetz existiert, ihm ist Folge zu leisten, und damit basta. Ja, klar, aber es ist nicht vom Himmel gefallen, sondern aufgrund von Interessen entstanden. Wer macht die Gesetze; was steckt dahinter, wem nützen sie? Solche Fragen sind vielen US-Bürgern fremd.
So doll ist das also mit der Wissensvermittlung auf der High School, zumindest was den "Rest" der Welt betrifft - also "Nicht-USA" - anscheinend nicht, denn wir wurden beispielsweise von einem Siebzehnjährigen gefragt, wie wir rübergefahren seien (How did you drive over?). Siehe auch die Seite mit den Kühen. Allgemein lässt sich sagen, dass das schulische Niveau irgendwo zwischen Haupt- und Realschule liege, meint die Austauschschülerin Christine Hischle - und nicht nur die - über das Parlamentarische Patenschaftsprogramm in Los Angeles war.
Sahra Palin, immerhin Gouverneurin von Alaska, Vizepräsidentin von Obamahs Gegenkandidaten John McCain bei den Präsidentenwahlen - sie hätte also im Notfall auch Präsidentin werden können! - ist ein gutes Beispiel für "Explorationsbedarf" bei grundlegendem Wissen und Weltverständnis, auf Deutsch: für mangelhafte Bildung, wie im Fox-News Video zu sehen, hier auch auf Deutsch in schriftlicher Zusammenfassung der Inhalt des Films.
Na ja, auch hierzulande zitierte "Der Spiegel" eine Umfrage, hätten sechzehnjährige Schüler die Frage, wer Hitler gewesen sei, u.a. auch mit "der letzte deutsche Kaiser" beantwortet. Allerdings hätten die auch nie Kanzler werden können. Kaiser auch nicht.
RTL zeigte im Sep. 2009 eine erstaunliche Umfrage. Obwohl sich über 60 % der Deutschen gegen einen Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan erklärten, wussten die Befragten nicht, was oder wo der Hindukusch war. Allerdings wurden Personen, die ja auch richtige Antworten gegeben haben müssen, natürlich nicht gezeigt.
Hängt eine Landkarte an der Wand, schlägt man einen Atlas auf, so gibt es ein "Aha-Erlebnis", denn die USA liegen eben in der Mitte. Eine ungewohnte Perspektive. Nach Osten und Westen, nun das ist der Rest. Europa ist zum Beispiel dieses pickelige, undefinierbare Etwas, ganz rechts, "entrückt", nebensächlich, Alte Welt eben.
Ja - gibt es dort Kühe? Ja, auch Kühlschränke? Sie sind Deutscher? Können Sie wirklich Deutsch sprechen?


Kommentare
Wie zum Geier wird man Gouverneurin?
Ja, Palin ist richtig gut ... So war ihr nicht klar, dass Afrika ein Erdteil und kein Land ist und verstand nicht, dass Südafrika eben nicht ein südlicher Zipfel in dem Land "Afrika" sei, sondern ein Land in eben diesem Kontinent. Ferner offenbarte sie eine Reihe weiterer Wissenlücken, ja, sie wusste noch nicht mal richtig über die Befugnisse eines Vizepräsidenten bescheid.
In einem Interview bezeichnete sie den Irak-Krieg als "von Gott gestellte Aufgabe" und sich selbst als fähige Außenpolitikerin, weil Alaska gleich neben Russland liege, das man ja auch von Alaska sehen könne ...
Sie verstand auch eine weitere klassische Doktrin nicht, die ich allerdings auch nicht kapiere, nämlich den "American Exceptionalism", der bedeutet, daß die USA so außergewöhnlich auf der Welt seien, dass sie eine führende Rolle in der Welt zu spielen hätten ...
Wer ein wenig bei Youtube sucht, findet eine ganze Menge zu dem Unsinn, den sie verzapft. Ansonsten: ein zähes Weib, drei Tage nach der Geburt wieder an Deck. Das gibt´s allerdings auch in Europa. Rachida Dati in Frankreich hat´s ihr nachgemacht, denn 5 Tage nach einem Kaiserschnitt - Vater unbekannt - stöckelte diese wieder in ihr Justizministerium - bis Carla Bruni sie aus der Nähe Sarkozys vertrieb. Warum, warum bloß?