Höflichkeit und Offenheit
Zum Schluss noch ein wichtiger Rat im Umgang mit der Gastfamilie und Amerikanern allgemein. Meine "Local Coordinator" in Arkansas beklagte sich, dass das größte Problem von Gastschülern immer ihre Ausdrucksweise sei.
Das Zauberwort heißt Höflichkeit.
Im Norden der USA gelten die Menschen als direkt, im Süden als mehr auf Höflichkeit bedacht. Es ist dennoch nirgendwo falsch, sich mit Hilfe von Ausdrücken und Wendungen wie "would you, please, may I" etc. immer höflich zu zeigen. Diese Wendungen sind wichtige Bestandteile der Umgangsformen, die Aufforderungen, Erwartungen oder Befehle abschwächen.
Hinter der Höflichkeit und auch hinter vielen Aktivitäten der Amerikaner steckt der Wunsch, die USA bei ihren Gastschülern bekannt und beliebt zu machen, aber soweit, dass der Betroffene nicht unbedingt Amerikaner werden möchte. Er soll die USA mögen und mit guten Erinnerungen nach Hause zurückkehren. Deswegen sind Dankesworte viel eher angebracht als Überheblichkeit und ständige Kritik.
Ein zweiter Punkt betrifft die Privatsphäre. Die Bedeutung des Privateigentums soll hier nochmals betont werden. Privateigentum ist nicht nur bei uns unverletzlich. In der Gastfamilie bedeutet dies beispielsweise die strikte Achtung der Zimmer der anderen Familienangehörigen als Intimsphäre, in der Öffentlichkeit die Achtung aller privaten Besitzungen (s. auch "Sicherheit").
Drittens sollte man stets um Offenheit und Kommunikationsbereitschaft bemüht sein. Sie sind die Voraussetzung zur Lösung von Problemen. Und auch in den USA, wie überall auf der Welt, schließt man vom Beispiel eines Einzelnen auf sein Land!

