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Kinder mit Flinte
Es knallt in unseren Wäldern - etwas unheimlich.
Besonders in Wisconsin hat die Jagd eine lange Tradition. Die Leute gehen vor, während und nach dem Erntedank zum auf die Pirsch. Sie laufen in den Wald, behängt mit Waffen und ballern, was das Zeug hält.
Auch viele Schüler sind dabei. Dann erscheinen sie nicht in der Schule, was ganz normal zu sein scheint. Die Jagd ist eben wichtiger. Ja, es laufen auch schon Kinder von acht Jahren mit und schießen auf Wildtiere, wo immer sie eins erwischen. Es liegt nahe, dass ab und an auch mal Jagdunfälle vorkommen.
Na ja, auf jeden Fall können Schüler um Thanksgiving ein paar Tage schulfrei nehmen und jagen gehen. Kein Problem.
Ich bin übrigens nicht mit von der Partie, denn meine Austauschorganisation hat den Umgang mit Waffen verboten. Angst hätte ich nicht, denn meine Mutter besitzt auch einen Waffenschein und hat mir alles Wissenswerte gezeigt.
Schade, so bleibe ich zu Hause.


Kommentare
Rehbraten
Wer hat was gegen Rehbraten?
Man muss hier einmal ganz deutlich sagen, dass es sich um eine Tradition handelt. Die Eltern gehen mit den Kindern in den Wald und jagen, was ihnen vor die Flinte kommt. Das mag man finden, wie man will. Aber es ist seit Jahrzehnten so und wird auch so bleiben. Tier- und Umweltschutz darf man dabei nicht in die Diskussion führen.
Fährt man nachts durch bewaldetete Gegenden, nahe den Ortschaften in Wisconsin, so sieht man Rehe über Rehe. Innerhalb von 20 Minuten kann man durchaus 20 Rehe auf und über die Straße laufen sehen. Auch in den Vorgärten und normalen Gärte treiben sie sich herrum. Beim Frühstück einem Reh in die Augen zu blicken, während es vor dem Fenster steht, ist nicht unnormal.
Dieses hohe Rehwildaufkommen führt zu einem verstärkten Jagdtrieb der Bevölkerung.
Aber ein Gastschüler darf bei diesem Abenteuer nicht mitmachen, wie er will. Denn allein das Tragen eines Gewehrs kann zum Abschluss des Gastschuljahres führen. Das ist kein Scherz. Junge Gastschüler sind natürlich besonders erpicht darauf, mitzumachen, aber davor sei gewarnt.