Per Legehennen gegen die Rezession

Eigene Eiererzeugung ohne viel Aufhebens

Viele Amerikaner sind schwer von der Wirtschaftskrise betroffen. Hier im land of the free, wo die Maschen des sozialen Netzes weiter gestrickt sind, und wo die Mehrheit der Bevölkerung noch immer gegen ein staatliches Gesundheitssystems ist – schließlich geht es hier um etwas ganz Essenzielles: die Souveränität! Da nimmt man doch das bisschen persönlichen Ruin gerne in Kauf, wenn eine lebenswichtige OP ansteht –, hier zeichnet sich ein neuer Trend ab, der auf den Pioniergeist der ehemaligen Siedler verweist:

Immer mehr US-Amerikaner halten sich Hühner! Das Federvieh, in Hinterhöfen in Idaho, Oregon oder Ohio gehalten, steuert täglich Eier zum Haushalt bei. Eine kleine Einsparung beim Lebensmittelkauf, die sich bei schmaler werdendem Geldbeuteln bemerkbar macht. Zudem stehen die geflügelten Haushaltsmitglieder für ein kleines, aber feines Sicherheitspolster, das den gefürchteten sozialen Fall dämpfen soll. So sieht es jedenfalls Josy Mcintire, die sich bei Sacramento ganze 65 Hennen hält: „Ich weiß nicht, wie der Arbeitsmarkt verlaufen wird, aber ich weiß, wo ich mein Essen herkriege. Falls ich meinen Job verliere, werde ich immer noch zu essen haben.“

Die Entwicklung wird aber noch durch einen weiteren Trend gespeist: immer mehr Leute achten auch in den Vereinigten Staaten auf ihre Nahrung. So hielt sich eine Mutter von fünf Kindern hauptsächlich aus dem Grund Hühner, um ihre Kinder mit gesunden Eiern zu versorgen. Weil sich aber die Nachbarn ihres vornehmen Viertels in Washington beschwerten, mietete sie kurzerhand ein eigenes Grundstück für die mittlerweile 400 Gackerer, die nun weitere gesundheitsbewusste Amerikaner versorgen. Na, wer das nötige Kleingeld hat!

Die Vögel fühlen sich aber auch im Hinterhof wohl; benötigen überhaupt nicht viel an Zubehör oder Aufmerksamkeit. Mit einer Viertelstunde Hühnerpflege pro Tag sei es getan, berichtet eine weitere Hühnerhalterin stolz. Auch Geflügelspezialist Joe Schneider von der Oregon State University bestätigt das „Preis-Leistungs-Verhältnis“ des unkomplizierten Federviehs: bei einem Preis von ein bis fünf Dollar pro Küken sehr preiswert, begnüge sich das Federvieh mit wenig Platz und lege um die 240 Eiern im Jahr – nahezu jeden Tag eines.