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Los Angeles - Death Valley

Fast zwei Jahre nach meinem High School-Aufenthalt in Arkansas unternahm ich eine Reise durch fast alle Staaten der USA. Mit einem Auto ging die Reise von New York in den Süden bis nach Key Largo (eine Stadt auf den Key-West Inseln südlich von Florida), westlich bis nach Kalifornien, Vancouver, und zurück nach New York.
Viele Besonderheiten des amerikanischen Lifestyles schillerten besonders schön im Südwesten der USA vor allem in Sunshine State (California, USA).
Nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Autoproduktion anlief, kauften die großen Autowerke und Reifenhersteller alle öffentlichen Verkehrsmittel (Busse, Straßenbahnen) in Los Angeles auf. Das Ergebnis darf als bekannt vorausgesetzt werden: die Stadt ist nach Schachbrettmuster mit Autobahnen überzogen, oft entlang der alten Vorstadtzugtrassen, die sechsspurig in beide Richtungen gehen. Selbst diese sind an einigen Tagen verstopft und lassen nur einen Stop and Go Verkehr zu. An Kreuzungspunkten werden großzügige Verbindungen und Brücken gebaut, so dass manchmal sechs Autobahnen, Auffahrten bzw. Abfahrten "übereinandergestapelt" sind.

Der hohe Schadstoffausstoß der Autobegeisterten und der Industrie führten einmal dazu, dass mein Freund und ich bei Sonnenschein glaubten, Nebel zu erkennen, da die Sonne seltsam verdunkelt war. Aber nein, natürlich kein Nebel, wie sollte auch bei Sonnenschein Nebel aufkommen? Wir verwechselten nur Smog mit Nebel.

StrandvergnügenBetrachtet man eine Landkarte von Kalifornien, so wird man zuerst von der großen Ansammlung von Seen im Norden des Landes überrascht. Es stellt sich heraus, dass dies alles Stauseen sind. Diese dienen nicht der Stromgewinnung, sondern vielmehr der Wasserversorgung. Das Land wird von einer Unzahl von Aquädukten überzogen, die fast ausschließlich in Los Angeles enden. Der Colorado River, neben dem Mississippi einer der größten in den USA (hinsichtlich des Wasservolumens) wird mehrfach aufgestaut und nach Los Angeles umgeleitet, so dass vor der Grenze nach Mexiko das restliche Wasser versickert.

Die in der Wüste erbaute Metropole Los Angeles, flächenmäßig eine der größten Städte der Welt, verbraucht eine Unmenge von Wasser. Die Straßen werden nicht gekehrt, sondern abgespritzt. Gleich neben dem Meer wohnend, benötigt man natürlich auch einen Swimmingpool. Die Grünanlagen müssen selbstverständlich künstlich bewässert werden. Jeder Einwohner benötigt einige Palmen. Durchschnittlich muss auch täglich eine Dreiviertelstunde geduscht werden, um die notwendige Körperpflege nicht zu kurz kommen zu lassen.
Der Gipfel der Wasserverschwendung findet sich im Death Valley, dem trockensten und heißesten Gebiet der Erde und der tiefste Punkt Nordamerikas, nordwestlich von Los Angeles. An diesem Punkt wurde ein Golfplatz errichtet, der fast rund um die Uhr bewässert werden muss.
Um den Konkurrenzdruck auf dem Landwirtschaftsmarkt für die kalifornischen Bauern zu lindern, wird das Wasser subventioniert (indirekte Subventionen finden im GATT im Gegensatz zu den direkten Subventionen der EU für die Landwirtschaft keine Berücksichtigung). Als Folge gehen Farmer auch nicht sparsam, sondern entsprechend sorglos mit dem Wasser um.
Schon wurde überlegt, ein Aquädukt von Alaska nach Kalifornien zu bauen, um den steigenden Wasserbedarf decken zu können.

RM