Praktische Postzustellung
Am letzten Ferientag erwarteten mich ein bedeckter Himmel und Temperaturen von 30 ºC. Nachdem ich in den letzten Tagen mehrmals durch Echo Valley und die angrenzenden Nachbarschaften gefahren bin und dabei wegen der großen Anzahl von Straßen, die zumindest zu diesem Zeitpunkt für mich noch keinerlei System erkennen ließen, stets die Orientierung verloren hatte, entschloss ich mich, den Vormittag zu einem ausgedehnten Spaziergang zu nutzen. Peter beeindruckte die Idee recht wenig, also machte ich mich allein auf den Weg.
Meine Wanderung führte mich zu den Luxusvierteln Robin Wood und River Ridge auf der dem Arkansas River zugewandten Seite unseres Hügels. Die Straßen verliefen hier etwa parallel, und die Häuser konnte man häufig wegen der großen Vorgärten mit urwaldähnlicher Bepflanzung kaum erspähen.
Wegen der großen Schwüle stellte ich mich irgendwann einmal zur Abkühlung in die automatische Rasensprenganlage eines Bungalows.
Bei diesem Spaziergang traf ich auch zum ersten Mal die typischen Post-Jeeps. Die kleinen kastenförmigen Wagen, bei uns weißlackiert mit rotblauen Streifen, hatten Rechtssteuerung und Schiebetüren. So konnte der Postbote direkt bei der Haustür herausspringen, beziehungsweise Briefe aus dem Wagen in die Postkästen stecken.
Es ist im übrigen bemerkenswert, wie die Zustellung in Little Rock arbeitet. Öffentliche Briefkästen fand ich nämlich kaum. Die Briefe, mit Briefmarke versehen, werden morgens einfach in den eigenen Briefkasten gelegt und vom Briefträger dann vor dem Einwerfen neuer Briefe erst entnommen. Es gab bei uns außerdem keinen separaten Paketfahrer. Briefe und kleinere Pakete wurden in einem Zug abgeliefert.
Nach zweistündigem Spaziergang kam ich völlig durchschwitzt zu Hause an, wo ich mich dann wegen der Klimaanlage wie in einem Kühlhaus fühlte.

