Die Coca-Cola-Story
Es war einmal ein gewisser Pemberton, seines Zeichens Apotheker in Atlanta. Um das Jahr 1880 kreierte er eine Substanz aus Zucker, Koffein und Pflanzenauszügen. Die Koka-Blätter als Zutat sollten daraus ein Wundermittel gegen Husten machen ... Doch bald schon verbot das "Pure food and drug law" die Essenz mit aufputschender Wirkung.
Der überwältigende Erfolg des Getränks beruhte zunächst weniger auf dem seltsamen Geschmack als vielmehr auf der angeblichen Heilwirkung. Der Kardinalfehler jenes Apothekers bestand darin, sein Wissen zu verkaufen. Der Käufer, ein gewisser Candler, stellte es klüger an, indem er das Rezept hübsch für sich behielt.
Noch heute stellt die Fabrik in Atlanta lediglich die Grundsubstanz her. Diese wird dann an Konzessionäre in aller Welt verkauft, die nach einem ausgefeilten Rezept Wasser, Kohlensäure und Zucker (massenweise! Gegenwert von 36 Zuckerwürfeln in einem Liter Cola) hinzufügen. Auf diese Weise werden Beförderungs- und Personalkosten gespart. Dem Mutterhaus bleibt nur die Aufgabe, die Tochterfirmen auszusuchen, für erfolgbringende Produktwerbung zu sorgen und den Gewinn einzustreichen.
Die beste PR erfuhr Coca-Cola während des Zweiten Weltkriegs. Der damalige Unternehmenschef war verrückt genug - oder einfach genial - sämtliche US-Truppen mit dem Sirup zu versorgen. Auf diese Weise gelangte das Getränk überall hin, bis nach Japan und Europa. Der Sieg der USA trug nicht nur den amerikanischen Truppen Ruhm und Ehre ein, sondern natürlich auch ihren hilfreichen Begleitern: Kaugummi und Coca-Cola. Die Soldaten gerieten in Vergessenheit, Kaugummi und Coca-Cola erlangten Weltruhm.

