Ideen aus dem Breisgau holen

Beispiel für eine fruchtbare Städtepartnerschaft ist die Zusammenarbeit zwischen Freiburg im Breisgau und Madison, Hauptstadt des US-Bundesstaates Wisconsin. Beide haben um die 200 000 Einwohner und sind Universitätsstädte.

Als der Bürgermeister von Madison zu einem Besuch über den großen Teich kam, gefiel ihm die Freiburger Markthalle mit ihren vielen Spezialitätenständen so gut, dass er jeden einzelnen Stand fotografiert hat. In "seiner" Stadt möchte er eine ähnliche bauen lassen. Nahe des Capitols soll der "Food Court" errichtet werden. Ob die einheimischen Klopsbratereien dort einen Platz finden? Es dürfte wohl einen Aufstand geben, wenn nicht ...

Doch auch andere Ideen sollen über den großen Teich schwappen: Madison plant ein Solar-Info-Center, wie es schon in Freiburg besteht. Das käme dem Ausbau der erneuerbaren Energien in Wisconsin zugute. Dort befassen sich zwar schon einige Unternehmen und Organisationen mit dem Thema, doch fehlt es an der Vernetzung und einem örtlichen Zusammenschluss.
Vielleicht entstehen in Madison auch ein paar Passivhäuser; ein Austausch der Experten findet zumindest schon statt.
Die amerikanische Stadt möchte sich bald mit demselben Titel zieren wie Freiburg: "Green City".  Warum einen deutsche Stadt sich allerdings einen englischen Untertitel verpasst, ist hirnrissig. Was soll das?

Außerdem spielt der Bürgermeister mit dem Gedanken an eine Straßenbahn (ebenfalls nach Freiburger Vorbild?). Madison hatte zwar schon eine, doch wurde ihr Betrieb eingestellt, als die Leitungen in einem Winter wegen Schnees rissen. Später wurden die Schienen zugeteert.

In anderen Städten war nicht das Wetter schuld, sondern die Autofirmen. Los Angeles hatte noch eine gut funktionierende Straßenbahn in den Fünfzigern, bis Goodyear, General Motor u.a. Autofirmen sie aufkauften, stillegten und wundervollen Stadtautobahnen kreierten.