Schreck und Freude

Mein Reiseveranstalter meldete sich kurz nach meiner Anmeldung und bedankte sich wie üblich zunächst für mein Interesse. Mein Berater erklärte jedoch, dass ein "kleines Problem" entstehen könne, da ich im Grunde für dieses Programm bereits einige Monate zu alt sei. Die amerikanischen Partner hatten nämlich kurz vorher Bestimmungen eingeführt, die Höchst- (bis zum 18. Geburtstag) und Mindestalter (etwa 16 Jahre) bei den Teilnehmern vorschrieben. Da meine schulischen Leistungen jedoch überdurchschnittlich seien, bestehe die Möglichkeit, mich dennoch ins Programm hineinzunehmen.

Nach Rücksprache mit dem US-Partnerverein ein erhielt ich dann doch einen positiven Bescheid. Ich hatte mich natürlich riesig gefreut.

Ab jetzt waren meine Gefühle zu der Reise nicht immer klar einzuordnen. Manchmal hatte ich den Abreisetermin kaum abwarten können, andererseits waren mir jedoch ständig Zweifel gekommen, ob ich in der Lage sei, einen solchen Aufenthalt durchzustehen.
Ich ließ mir tausend verschiedene Möglichkeiten und Situationen durch den Kopf gehen, die meiner Meinung nach auftreten konnten. Ich erinnerte mich an Berichte und Erzählungen von Freunden, die bereits ein solches Programm mitgemacht hatten, als sie zum ersten Mal in der Sprache des Gastlandes geträumt hatten, und wie sie nach der Rückkehr ihre Muttersprache nur mangelhaft beherrschten. Der Gedanke, später Wirklichkeit geworden, war mir damals unvorstellbar: Ich sollte besser Englisch sprechen können als Deutsch?