Gefühlgetrüffelte Nachmittage
Kurz vor 13.00 Uhr entnehme ich dem Schließfach einige Bücher und Ordner zur 5. Periode Study Hall. Für jedes Fach legt man einen Papierordner, in Supermärkten und Schreibwarengeschäften erhältlich, für Notizen und Hausaufgaben an. Jeffry, der auch im Saal sitzt, entscheidet sich heute für seine Gitarre und setzt sich, nach kurzer Auseinandersetzung mit Mr. Degenhard, nach hinten zum Spielen.
Einige Sekunden nach dem Signal sind die Flure leer. Ich raffe mich nun auf, um die Anwendungsbeispiele der Englischvokabeln für Mrs. Miller zu schreiben. Einige Minuten später werde ich jedoch - und wie gewöhnlich - von den Mädchen der gegenüberliegenden Tanzhalle abgelenkt, die ihre Künste vor der Glaswand der Mensa präsentieren. Die Stunde vergeht nun mit mehr oder weniger sachkundigen Bemerkungen und Gefühlskundgebungen vor allem des männlichen Zuschauerkreises zu den tänzerischen Darbietungen.
Um 14.05 Uhr spare ich mir den Gang zum Schließfach, da ich die Bücher für Mrs. Carpenters Staatsbürgerkunde schon in den Händen halte. Die ersten Unlustmomente überfallen mich jetzt angesichts zwei weiterer Schulstunden.
Einige Minuten nach Stundenbeginn knallt auch Walter Clark die Tür auf und wird gleich von Mrs. Carpenter wegen fortwährender Fehlleistungen zum Tutor geschickt. Reginald beschwert sich lautstark, doch es hilft nichts. Die Stunde geht mit Hilfe unserer Klassenkameradin Jennifer recht witzig über die Bühne. Als Hausaufgabe sind dann wieder fünf bis zehn Fragen zu einem Text zu beantworten.

