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Fahnenzauber oder fauler Zauber?
Vaterlandsliebe ...
"Unsere Fahne flattert uns voran ..." (Link bei Youtube verschwindet dort immer aus "Copyright-Gründen"; also dort am besten selbst in der Suchzeile eingeben), - das kennen wir aus unserer eigenen Geschichte, hier mal aus dem höchst sehenswerten Film Napola, und sind deshalb gewiss sehr skeptisch. Gastschülern stößt dieses seltsame Gebaren rund um die Fahne, der "Pledge of Allegiance" oder Fahnenappell, gleich auf. Finden sie aber teils ganz toll, weil der Fahnenkult eben zu dem Neuen gehört, der Kultur, und deshalb klasse ist. Es machen ja auch alle mit. Was soll falsch sein?
Dabei ist Vorsicht angebracht, denn es treten bekannte pseudoreligiöse Gefühle auf, die ganz, ganz dicke Luft erzeugen und davor warnen, dass man sich leicht in die Nesseln setzen könnte. Soweit die Geschichte nicht ritualhaft als abzuspulende Pflichtveranstaltung abläuft, tritt häufig eine seltsame Atmosphäre auf, wie bei Prozessionen oder anderen gefühlschwangeren Zeremonien oder Kulten, z.B. auch wie bei der, die sich verbreitete, wenn immer der Führer einst weihevoll zum Podium schritt ...
Wer ist der Vater?
Wir sind auf irrationalem, vermintem Terrain. Wer ausschert, sich "ungebührlich" benimmt, ziehe sich warm an. Da sind die Aggressionen auch ähnlich emotional und heftig wie bei Diskussionen um Glaubensfragen ...
Die Analyse solcher Gefühle wollen wir uns hier verkneifen, es reicht festzustellen, dass sie existieren.
Nur wer hält sie, die Flagge, wer bestimmt die Richtung und zu welchem Zweck? Kürzlich noch war es Bush, dem das Volk von Highschool-Kindern hinterdreinmarschierte, und zwar verdammt geschlossen, im Gleichschritt, einschließlich der Medien! Wehe jemand muckte auf und übte Kritik!
Unvergessen das Foto von Leutnant Bush auf dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" mit der Flagge im Hintergrund und der Aufschrift "Mission Accomplished“ (Mission erfüllt). Selbst hier wurde das amerikanische Volk getäuscht, denn zu den Aufnahmen war das Schiff eigens um 180 Grad gewendet worden, damit ja die kalifornische Küste im Hintergrund nicht im Blickfeld auftauche.
Die Massenvernichtungswaffen, um derentwillen der ganze Krieg wider internationales Recht angezettelt worden war, wurden "nicht gefunden" - was insgeheim impliziert, dass doch immer noch welche versteckt sein könnten - tausende von amerikanischen Soldaten, als GI bekannt, starben und sterben noch immer unter der Fahne und kriegen neben Stahlhelm und Stiefeln die "Stars and Stripes" als Fähnchen aufs Grab.
Was heißt GI eigentlich? "Government item" - Regierungsgegenstand, Staatseigentum! Wiki nennt als möglichen Ursprung "Government Issue", was aufs selbe hinausläuft. Der Stern listet diverse Interpretationen.
Wir kennen das, diesen nationalistisch getränkten Fahnenkult aber auch von allen anderen, kolonisierenden, Völkern. Haben Spanier, Franzosen, Briten, Holländer oder Portugiesen nicht immer ihre Untaten unter dem Banner des Christentums begangen? Haben sie sie nicht mit ihrer Überlegenheit gerechtfertigt? Rassisch ("el sangre", die Obsession mit dem "reinen Blut" bei den Spaniern), zivilisatorisch und kulturell und damit, dass man den armen Primitiven, den "Wilden", Ordnung, Disziplin, Arbeit und dadurch wirtschaftliche Blüte und persönliches Glück, hier Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit bringe?
Und setzten sie ihr eigenes Land bzw. Volk nicht immer an erste Stelle? Waren Vaterlandsliebe, Nationalismus und Patriotismus nicht immer dabei?
Das Gesetz, mit dem die Volksvertreter grundlegende Bürgerrechte außer Kraft setzten, ein Werk von 342 Seiten, zusammengepfriemelt in eineinhalb Monaten, heißt "USA Patriot Act” (s. dort die Besprechung der SD v. 17.1.05), das "Patriotengesetz", und da kann natürlich niemand widersprechen. Mit dem Gesetz ist die „Bill of Rights”, auf die die US-Amerikaner immer so stolz gewesen waren, ausgehebelt.
"Unpatriotisch" und "unamerikanisch" - das ist das Schlimmste, was man einem Amerikaner anhängen kann. Da gab es selbst mal ein "Komitee gegen unamerikanische Umtriebe" ... ("für", nicht "gegen" schreibt Wiki, weil die Burschen wieder kein Deutsch können).


Kommentare
Kritik und Tod
Unterdrückte Wahrheit
England und die USA wollten den Krieg ganz gezielt.
Im September 2002 veröffentlichte die britische Regierung Geheimdienstinformationen, nach denen Saddam Hussein eine bedrohliche Politik der Wiederaufrüstung betreibe.
Sechs Monate später beginnt der Irak-Krieg.
Als die BBC diese Informationen anzweifelt, gerät der UN-Waffeninspekteur David Kelly unter Verdacht, seine Schweigepflicht verletzt zu haben und begeht angeblich wenig später Selbstmord.
Basierend auf wahren Ereignissen erzählt der Spielfilm DAVID KELLY, DER WAFFENINSPEKTEUR von Peter Kosminsky, Großbritannien 2004, von dem Skandal um den Geheimdienstbericht und dem folgenden Kampf zwischen Tony Blairs Kabinett und der BBC.