Nachbarn und Dazugehörigkeit
Hier findet man nun den Kern des amerikanischen Charakters, den Truslow als "The Great Society" bezeichnet. Insbesondere in der Art des Zusammenlebens in den USA, sprich der Communities, Counties oder Neighborhoods, entdeckt man ein Zusammengehörigkeitsgefühl der Bewohner. Man ist stolz auf seine Nachbarschaft (Eigentumseinfamilienhäuser vorausgesetzt), veranstaltet gemeinsame Verschönerungsaktionen, Barbecuepartys, gibt Nachbarschaftszeitungen heraus, macht bei Wohltätigkeitsveranstaltungen mit und mehr. Jeder ist allerdings um eine gewisse Homogenität bemüht; es wird erwartet, dass jeder bei diesen Aktivitäten mitmacht. Insbesondere wird aber das Fernbleiben von Gemeinschaftsaktivitäten als eine äußerst negative Sache bewertet.
Gegenüber Fremden ist diese Gesellschaft, zumindest im Süden, offen; man wird bald eingeladen, sich an "Community-Aktivitäten" zu beteiligen. Dadurch wird aber auch Offenheit seitens des Eingeladenen erwartet.
Natürlich gibt es aber auch Fälle, wo Nachbarn wegen unterschiedlicher Arbeitszeiten oder auch aus Antipathie keinen Kontakt miteinander pflegen. Allgemein soll das beschriebene freundschaftliche Nachbarschaftsverhältnis einem anonymeren in den nördlichen und nordöstlichen Staaten weichen.
Im Süden des Landes ist man jedenfalls auf die sogenannte "Southern hospitality", d.h. die südliche Gastfreundschaft, überaus stolz. Oft kann es vorkommen, in einer kleinen Ortschaft auch als Fremder von den Einheimischen gegrüßt und sehr freundlich empfangen zu werden.
JH


Kommentare
Fromme Christen in den
Fromme Christen in den USA
Viele Amerikaner sind wenig denkdifferenziert
Meine USA-Zeit als Ingenieur 1967/69 zeichnet sich durch eine wunderbare Gastfreundschaft aus. Die Gastfamilie waren stramme Republikaner, deren Augen sich bereits beim Wort "sozial" verengten.
Die Amerikaner sind ein selten uniformiertes Volk. Ich wurde gefragt, ob es in Deutschland überall elektrisches Licht gebe. Den Einsatz von Melkmaschinen hielt man nicht für möglich. Dies rührt von einem desolaten Infosystem in den USA, wobei das Fernsehen als Verdummung bezeichnet werden muss. Kritische innerpolitische Beiträge sind Mangelware, von Auslandsberichten, wie bei uns üblich, ganz zu schweigen.
Spätestens seit den Fernsehpredigern "Tammy und Sammy" ist ersichtlich, mit welcher Demagogie "Kirchen" arbeiten. So verwundern damit verbundene militante Bewegungen nicht. Scientologen haben leichtes Spiel. Leider sind die Amerikaner wenig denkdifferenziert.
Obama wurde vielfach die Präsidentschaft nicht zugetraut; dass besonders farbige Sportler die meisten Medaillen für ihr Land holen, ist selbstverständlich.