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Liebesbrief an eine Tochter

Es wird mal Zeit für eine kleine Gefühlsäußerung. Zwar ist Johannas Zimmer mittlerweile zum Bügel- und Gästezimmer umfunktioniert worden, aber heute ist es dann doch über mich gekommen.
Kurzer Rückblick: Johanna, 16 Jahre, ist seit Mitte August in Amerika.

Sicher  bin ich hart im Nehmen, Chef (in) und verdiene ein Menge Geld in meinem Beruf. Aber anscheinend bin ich doch nicht hartgesotten genug, denn heute habe ich in dem "Bügelzimmer" gesessen und einfach laute Musik gehört. Es tut schon dann und wann sehr weh, die eigene Tochter nicht da zu haben, wo sie hingehört ... bei mir eben. Es fehlt etwas. Aber was?

Johanna, es war sicher nicht immer ganz leicht: Eine ständig denkende Mutter, eine chronisch dickköpfige Johanna, die sich nichts sagen lässt, wenn ihr etwas nicht gefällt ... das hat schon mal geknallt. Und der Knall konnte auch mal einen Tag anhalten - das war schon schönes Theater ... und gleich die nächste Steilvorlage für den nächsten Krach.

Dennoch konnten wir immer wieder schnell lachen und alles Gesagte vergessen. Denn du hast eine Intelligenz und eine emotionale Stärke, die man eigentlich durch zwei teilen könnte. Dann wäre immer noch genug für eine Person vorhanden.
Das ist wohl auch der Grund, weshalb du ohne jegliche Probleme und mit enormer Anpassungsfähigkeit dieses Abenteuer bestehst. Schließlich bist du fast vier Monate fort, und hast ja wohl noch eine Menge Spass dabei.
Dann darf man ja auch ein bisschen stolz sein, denn irgenwie haben wir ja auch Anteil an deinem Werdegang. Viel kann dir eigentlich nicht mehr passieren, oder?

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