"Erholungsauto"
Samstag, 11. November
Mr. Baxter weckte mich an diesem Samstag recht früh, ungefähr um 10 Uhr. Er fragte, ob ich Lust hätte, RVs anzuschauen. Ich sagte zu, und hatte wieder einmal keine rechte Vorstellung, was RVs sein könnten. Schließlich kam ich drauf, dass RV für "Recreational Vehicle" steht, also für Wohnmobile.
In den USA ist es nichts Ungewöhnliches, dass insbesondere Rentner ihre Häuser verkaufen, sich einen RV zulegen und damit durchs Land touren. Mr. und Mrs. Baxter dachten auch an eine solche Möglichkeit und besuchten an diesem Tag das angebotene "Seminar" eines RV-Händlers. Während sie sich mit Vor- und Nachteilen von RVs beschäftigten, "turnte" ich in den riesigen Wohnmobilen herum.
Von Ausmaßen und Einrichtungen kann man in Europa nur träumen. Klimaanlagen, Fußbodenheizung, ausfahrbare Wohnzimmerseiten, Badezimmer mit Bad und Dusche, Wasserbetten und vieles mehr.
Mein Favorit wurde gleich das Topmodell des Händlers: Ein dreiachsiger Reisebus für über 300.000 $! Dafür erhielt der Kunde dann vom Besteck bis zum Fön alles (inklusive drei Fernseher) geliefert.
Nach dem Vortrag und der Besichtigung legten sich meine Gasteltern noch nicht fest, wollten aber ihre RV-Pläne wegen der Kosten noch einmal überdenken.
Beförderungsnotstand
Mitte November
Die Beförderungsprobleme für Peter und mich wurden langsam akut. Nachdem der Jeep aufgegeben war, bildeten wir eine Fahrgemeinschaft mit einem Freund, Ray. Sein zweitüriger Chevrolet Monte Carlo war zwar hinten etwas eng, aber für die Fahrten zur Schule allemal ausreichend. Wir zahlten Ray jeder drei Dollar die Woche Benzinbeteiligung.
Probleme gab es dann lediglich im Winter, da Ray und Peter bis zur Schule drei bis vier Zigaretten qualmten. Wegen der kalten Luft wollten wir die Fenster nur einen winzigen Spalt breit öffnen, und bei der Ankunft konnten Jeffry und ich dann kaum erwarten, der Rauchwolke zu entkommen.
Freitag, 17. November
Zum Abschluss dieser Schulwoche wurden vormittags AIDS-Informationskurse durchgeführt. In mehreren Vorträgen und nachfolgenden Arbeitsgruppen wurden Krankheitssymptome, Verbreitungsformen, Schutzmöglichkeiten etc. erläutert. Zum Schluss erhielten wir weitere Broschüren. Idee und Durchführung dieser Veranstaltung in der Schule fand ich höchst gelungen und war von der Offenheit der Diskussion beeindruckt.

