Footballplatz
Vor der Mittagspause stand noch Coach Walters, Trainer diesmal der Basketballmannschaft, auf unserem Plan.
Trotz Bierbauchs und Glatze und seiner recht unsportlichen Erscheinung war er der geborene Basketballer. Unsere Schulmannschaft war haushoher Champion in Arkansas und Drittplazierter in den USA. Bei uns spielte einer der besten High-School-Spieler der USA, Alfred Warren, der nach dem Abschluss sogar eine Profikarriere angeboten bekam.
Auf der akademischen Seite schien Coach Walters an amerikanischer Geschichte weniger interessiert zu sein. Als erstes ließ er uns einen Namenstest über die fünfundzwanzig Klassenkamaraden schreiben, natürlich - und zum Glück - ohne Noten. Seine Stunden bestanden dann aus dem Vortragen der Hausaufgaben durch ihn, wobei er uns sagte, was er aus den einzelnen Buchkapiteln für wichtig hielt.
Sollte mal eine Schülerfrage gestellt werden, was im Grunde - glaube ich - nur einmal vorkam, so gab er die Frage dem Schüler als Zusatzhausaufgabe auf. Die wöchentlichen Tests benotete er regelmäßig durch Auszählen der unbeantworteten Fragen. Wurde zu jeder Frage irgend etwas geschrieben, gab es mit hoher Sicherheit 100 Punkte. Trotzdem war am Ende des Semesters nur mit massiven Sonderpunkten zuverhindern, dass viele Mitschüler im Kurs sitzenblieben.
Obwohl Coach Walters den Unterricht recht locker handhabte, konnte man im Kurs wirklich viel über amerikanische Geschichte durch Eigeninitiative anhand der Bücher lernen. Für die Note war dies aber nicht unbedingt notwendig.
Nach Coach Walters wartete die längst fällige Mittagspause. Peter konnte ich zwar nicht mehr finden, aber es sprach sich schnell herum, dass ich wohl kein Amerikaner war. So war während der dreißig Minuten immer jemand als Gesprächspartner bei mir.

