Bußgelder sind doof
In den Elektroabteilungen dürfen natürlich Radarwarngeräte nicht fehlen. In Arkansas war lediglich der Gebrauch, aber nicht der Besitz strafbar. Gute Geräte mit Reichweiten um vierhundert Meter bekam man schon für knapp 100 $.
Mein bester Schulfreund Jeff erwarb ein solches Warngerät kurz vor meiner Abreise, etwa zigarettenschachtelgroß mit lediglich zwei Bedienungsknöpfen. Damit konnte man das Gerät nach dem Anschluss an den Zigarettenanzünder von Highway auf Stadtbetrieb umstellen, wobei die Reichweite auf etwa 100-150 Meter gekürzt wurde. In der Stadt lohnte sich das Einschalten aber meist nicht, da wegen Störungen durch Radiosender u.ä. fast alle 300 Meter Alarm mit hohem Piepton ausgelöst wurde.
Auf dem Highway hingegen kann sich die Investition lohnen. Die Highway-Patrol ist mit Handgeräten bzw. im Wagen fest installierten Geschwindigkeitsmessgeräten ausgestattet, die mit Radarstrahlen auch beim Fahren arbeiten. Im Gegensatz zur kanadischen Polizei müssen die Geschwindigkeitsmessungen in den USA für den Autofahrer nicht unbedingt gut sichtbar erfolgen. Berappt wird bei Übertretung an Ort und Stelle, also keine Bußgeldbescheide vier Wochen später mit Punktekonto oder ähnlicher bürokratischer Aufwand.
Da die Geschwindigkeitsbegrenzung von 65 Meilen / Stunde auf den Highways von Arkansas von vielen Amerikanern als Potenzbeschneidung empfunden wird, finden Radarwarngeräte immer noch reißenden Absatz. Zwar wurde zwar die allgemeine Geschwindigkeitsbeschränkung von 55 bzw. 65 Meilen pro Stunde aufgehoben und an die einzelstaatliche Gesetzgebung verwiesen, aber in der Mehrzahl der Staaten herrscht weiterhin eine Beschränkung von meist 75 Meilen pro Stunde. Dies gilt z.B. nicht für Montana, wo es zumindest zeitweilig absolut freie Fahrt gab.
Die Investition kann sich schnell auszahlen, wie dies durch meinen Freund Jeff demonstriert wurde.
JH

