Fragen über Fragen

Mittwoch, 23. Mai
Der "Schreckenstest" von Mrs. Miller war im Grunde dann doch nicht so schrecklich wie erwartet. Auf den Test erhielt ich wie im Februar ein B und schloss das Halbjahr mit einem A ab.
Den letzten Schulnachmittag beanspruchte die Vorbereitung für American Government und American History. Als ich gegen 17 Uhr fertig war, tauchte auch Peter wieder auf, diesmal vom Golfspielen, widmete sich jetzt aber mit meiner Hilfe den Vorbereitungen seiner Mathematikprüfung.

Donnerstag, 24. Mai
Auch am letzten Schultag blieb Coach Rip ganz der alte und ließ einen Open Book Test, also eine Prüfung unter Benutzung der Schulbücher, schreiben. Er korrigierte meine Arbeit von fünzig Minuten dabei in etwa zwanzig Sekunden und gab ein A darauf, da er wieder keine Lücken bei den Kurzfragen fand. Im Grunde hätte ich statt der verlangten Definitionen der Begriffe auch wieder eine kleine Geschichte oder die Tagesnachrichten hinschreiben können, und es hätte wahrscheinlich ein A gegeben.
Aber ein A ist ein A, und Coach Rip wird immer Coach Rip bleiben.

In der dreistündigen Pause zeigte mein Freund Morris meinen Freunden Jeff und Ville und mir eine anatomische Besonderheit: Er stellte uns seinem Großvater vor, der sage und schreibe dreizehn Finger an den Händen hatte. Ville zählte sogleich schnell bei sich nach, ob er früher doch nicht vielleicht den einen oder anderen Finger vergessen hatte. Währenddessen erzählte uns der Großvater von Morris, dass er seine zusätzlichen Finger eigentlich nie benutzt, sie ihn aber auch nicht stören würden.

Zurück in der Schule stand als letzte Prüfung American Government auf dem Programm.
Mrs. Carpenter schien auch die letzten Posten ihres Kopierpapier-Kontingents aufgebraucht zu haben, da wir zum Schluss fünfzehn Testblätter vor uns liegen hatten, mit vernachlässigbaren 330 Fragen. Nach einer Stunde und zwanzig Minuten war dann alles passé, und nach dem letzten Gong flossen auf dem Schulhof die Tränen. Rührende Gefühlsregungen waren zu beobachten, insbesondere bei Leuten, die das Ende ihrer Schulzeit vor einer Woche noch kaum erwarten konnten.

Tatsächlich war dies aber mein erster Abschied. Ich sah viele meiner amerikanischen Freunde und Bekannten, mit denen ich ein ganzes Schuljahr zusammen verbracht hatte, zum letzten Mal, und irgendwie schien es mir, als hätte die Schule erst vor zwei Wochen begonnen.

Für den Nachmittag lud mich Jeff zu einer Veranstaltung seiner Kirchengemeinde ein, die für Schulabgänger bei tollem Wetter und mit viel Essen an einem Swimmingpool stattfand.