Unterrichtsinhalte

Landesweit existiert kein einheitliches Bildungssystem. Jeder Bundesstaat hält es damit nach eigenem Gusto und legt für sich die Inhalte in Lehrplänen fest, wie bei uns durch die Kultusministerien der Länder auch. Insgesamt aber sind die Lehrpläne in Amerika viel weniger genormt als bei uns, lassen also grundsätzlich mehr Spielraum, verhindern andererseits aber ein solides, breites Allgemeinwissen.

Gefördert wurde diese Situation noch durch den Bürgerkrieg von 1860, der den Südstaaten viele Sonderrechte und Eigenheiten beließ.
Anders als bei uns fehlen also landesweit verbindlich Lehr- und Prüfungsnormen. Abgesehen von den wenigen Pflichtfächern existieren also weder eine einheitliche Fächerauswahl noch für alle verbindliche Kursangebote, Prüfungsinhalte oder Rahmenbedingungen für Prüfungen.
 

Schulaufsicht

Wie auch hierzulande übt eine lokale Schulbehörde, "School Board", die Schulaufsicht aus. Zwar untersteht sie  übergeordneten Behörden des jeweiligen Bundesstaates, aber sie hat viel mitzureden. Somit hängen die Kursangebote einer jeden Schule nicht nur vom Bundesstaat sondern auch von den lokalen Schulbehörden ab.
Die Inhalte können auf vielerlei Weise erreicht werden, aber am Ende steht eben für alle das High School Diploma mit der mit viel Pomp gefeierten "Graduation" und dem "Prom", einem Abschlussball.

Bei der Ausstattung der Schulen hängt zudem viel von dem jeweiligen Stadtviertel, der "Neighborhood", ab. Grobe Ungleichheiten versuchte man durch das Busing in den Siebziger und Achtziger Jahren zu auszugleichen, indem man Schüler ärmerer Stadtteile in Schulen reicher Viertel karrte.
Folge: die "Weiße Flucht" (White Flight). Die reicheren, meist weißen Eltern schickten ihre Kinder auf Privatschulen, dabei oft in kirchlich orientierte, die "parochial schools". Auch bei den Eltern und Schülern, die von diesem System hätten profitieren sollen, entstand Ärger über die kilometerlangen Schulwege. Heute ist dieses System weitgehend eingeschlafen, da es sich nicht bewährt hat. Siehe auch den den Bericht von R. Maier.