Flughafen
Den letzten Abend vor dem Flug verbrachte ich bis nach Mitternacht in unserem Wohnzimmer mit meinen Eltern. An Schlafen war freilich nicht zu denken.
Ich unternahm noch einen Versuch, um zum hundertsten Mal Bestätigung von meinen Eltern zu bekommen, dass meine Entscheidung richtig sei, und alles gut gehen werde. Meine Eltern überließen jedoch die Entscheidung mir. Sie wussten ganz genau, dass ich wegen dieses Appells an meine Eigenständigkeit nicht mehr zurücktreten würde.
Die wenigen Stunden bis zum Abflug am nächsten Tag vergingen ruhig, nach meinem Empfinden zu ruhig. Irgendwie wollte keiner wahrnehmen, dass ich für zehn Monate wegfahren würde. Ein ungewohnter Gedanke; ich fühlte mich hilflos. Mein Vater meinte, dass der jetzige Abschied zwar schwer falle, aber es mir noch viel weher tun werde, in zehn Monaten Little Rock verlassen zu müssen. Eine Behauptung, die sich später übrigens als sehr richtig erwies.
Nachdem noch einige letzte Fotos geschossen wurden, stiegen wir in den Wagen. Die Fahrt zum Frankfurter Flughafen verlief schweigsam und erschien unendlich lang.

