Glücklich durch Konsum

Der "American Dream" beinhaltet grundsätzlich zwei Bereiche: materielle Werte und eine besondere Gesellschaftsordnung. Diese Deutung hat auch heutzutage noch ihre Gültigkeit bei einer Betrachtung der amerikanischen Gesellschaft.
Die materielle Ebene beinhaltet nicht nur die Konsum-, sondern auch die Einkommensseite. Natürlich gehört es zur amerikanischen, materiellen Mentalität, mit Hilfe vieler Haushaltsgeräte, über deren Sinn sich oft streiten lässt, die Hausarbeit erleichtern zu können oder ein Stück Freiheit und Mobilität im eigenen Auto verwirklicht zu sehen. Lebensstandard und Lebensqualität werden häufig mit Konsum gleichgesetzt, wobei die uns wichtigen Werte, wie finanzielle Zukunftssicherung und -vorsorge eher eine Nebenrolle spielen.

Masse macht´s

Die unterschiedlichen Auffassungen lassen sich vielleicht am besten an der Rolle des Geldes durch ein kleines Beispiel verdeutlichen. Meine Gastmutter begann eine unserer Einkaufstouren mit der Bemerkung: "Es ist doch ein so schönes Gefühl, etwas Geld zu haben". Klar doch, dass am Ende der Tour etwa dreimal soviel gekauft und etwa fünfmal soviel bezahlt wurde, wie ursprünglich beabsichtigt. Und all dies trotz der Tatsache, dass meine Gastmutter als Grundstücksmaklerin mit genauen und sparsamen Geldgeschäften täglich zu tun hatte. Zum Konsumverhalten ist neben massiver Werbung und Kreditkartenwesen auch eine Haltung typisch, die den Wert der Arbeit häufig nicht in Geld, sondern vielmehr in der Menge der zu erwerbenden Güter und Dienstleistungen sieht.

JH

Kommentare

Preisnennungen

Oft werden Preise genannt, obwohl im Zusammenhang völlig nebensächlich. Alles muss sein Preisschild kriegen, um irgendwie zu beeindrucken. Ja, selbst bei Führungen, Besichtigungen irgendwelcher Wolkenkratzer oder anderer Sehenswürdigkeiten kommt immer wieder, wieviel das Ding zum Zeitpunkt seiner Entstehung gekostet habe. Da man natürlich keine Vergleichswerte über die Löhne und Lebenshaltungskosten zur selben Zeit erhält, ist das völlig unsinnig. Und überhaupt:  Was soll´s?