Seniorbilder zur Graduation

6. Oktober
Es war Sonntag. Tammy hatte für mich einen Termin beim Fotografen gemacht, denn ich brauchte ja Seniorpictures für Jahrbuch, Graduation, zum Austauschen mit meinen Klassenkameraden und natürlich als Erinnerung. Übrigens waren meine Mitschüler schon ganz aufgeregt wegen der Graduation, was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht nachvollziehen konnte.
Da nun schon mal in der Stadt, mussten wir natürlich noch shoppen gehen und ins Kino, versteht sich.

12. Oktober
Dieses Wochenende verbrachten wir Volleyballmädels in Des Lacs beim Volleyballturnier, das wir gewonnen haben. Doch viel wichtiger als das Volleyballspielen waren unsere Übernachtungen im Hotel. Ich schwöre, dass ich an diesem Wochenende kein Auge zugedrückt habe, und wir hatten eine Menge Spaß.
Außerdem habe ich bei dem Turnier eine weitere Austauschschülerin, Annica, getroffen, die mit ihrer Mannschaft im gleichen Hotel wohnte, was den Spaßfaktor noch erhöhte.

15. Oktober
Heute besuchte ich am Abend mit meiner Gastfamilie das Schulbandkonzert, und war richtig begeistert, da auf einem sehr hohen Niveau gespielt wurde. Irgendwie bereute ich, dass ich mich am Anfang des Schuljahres entschlossen hatte, nicht mitzuspielen. Dafür nahm ich mir, vor jedes der Konzerte zu besuchen.
Außerdem lernte ich Tammys ältesten Bruder Mike kennen und stellte zum ersten Mal bewusst fest, in welch eine riesige Familie ich da geraten war.

Eishockeyspiel der Fighting Sioux

25. Oktober
Ein Glück, ich hatte ein langes Wochenende. Trotzdem gab es wieder viel zu tun. Es stand nämlich ein großer Hausputz für Amandas Firmung an, da sollte schließlich die ganze Familie vorbeikommen.
Am Sonntag war es soweit, Amanda hatte Firmung. Bis auf die kirchliche Zeremonie verlief der Tag wie eine normale Familienfeier, eben nicht anders als in Deutschland. Dadurch verpasste ich die Halloweenparty meines Veranstalters, aber ich entschied mich, den Tag lieber mit der Familie zu verbringen, was ich bei solchen Feierlichkeiten auch anderen Austauschschülern empfehlen würde.
Ach ja, am Donnerstag gab es noch Quarterzeugnisse. Ich war einer der Besten aus meiner Klassenstufe, was aber, wie gesagt, nicht besonders schwer ist. Doch das wichtigste Ereignis dieses verlängerten Wochenendes war am Samstag, da besuchte ich nämlich mein erstes Eishockeyspiel der University of North Dakota Fighting Sioux in der Ralph Engelstad Arena. Es war wirklich eine tolle Atmosphäre. In den zehn Monaten USA wurde ich quasi zum Hockeyfan.

30. Oktober
Heute habe ich meine Seniorpictures abgeholt und war erstaunt, wie gut sie geworden waren. Ich habe mich sehr darüber gefreut.
Dann fiel mir zum ersten Mal die eisige Kälte in North Dakota richtig auf. Meine Gasteltern nahmen es locker und meinten nur, dass es noch viel kälter werden würde. Deshalb war meine Stimmung an diesem Tag ruiniert. Wenn ich heute daran zurückdenke, fand ich den Winter gar nicht so schlimm, obwohl es wirklich teuflisch kalt war.

31. Oktober
Halloween in North Dakota! Natürlich kamen alle verkleidet zur Schule, und es gab wirklich tolle Kostümideen. Da ich irgendwie keine Zeit hatte, mich um ein gutes Kostüm zu bemühen, ging ich einfach als Fußballfan, dafür aber so richtig gut angemalt, Amanda half mir dabei. An dem Tag stand ich auch kurz davor, mit einem Zuckerschock ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, weil ich echt einen ganzen Berg Süßigkeiten verdrückte.
Statt „Trick or Treat“ zu gehen, hatte ich aber Volleyballtraining, schade eigentlich.
Mir tat sich mir noch ein Problem auf: Da es Tradition in Thompson war, die Seniorpictures für jeden Mitschüler persönlich zu beschriften, musste ich mir für jeden einen persönlichen Text einfallen lassen. Das war gar nicht so einfach, vor allem weil ich sie noch gar nicht so lange kannte.