Ballkämpfe

Am folgenden Nachmittag wartete wieder eine neue Erfahrung auf mich.
In den USA gibt es sehr viele sogenannte Hobby-Golfer. Zu denen gehörten auch Mr. Baxter und Peter, wobei vor allem Mr. Baxter leidenschaftlich gern früh an den Wochenenden auf dem Platz stand.
In und um Little Rock gab es mehrere Country Clubs, die auch gehobene Ansprüche erfüllen konnten. Allerdings waren diese sehr gepflegten Clubeinrichtungen meist nur Mitgliedern zugänglich, ähnlich wie die Golfclubs bei uns. Daneben gab es jedoch viele öffentliche Golfplätze, an denen man für etwa 8-10 $ einen 18-Loch-Kurs spielen konnte. An Platzqualität und Service konnte man selbstverständlich keine hohen Erwartungen stellen, aber da ich bisher noch nie einen Golfschläger in der Hand gehalten hatte, boten unsere Golfnachmittage gute Übungsmöglichkeiten und willkommene Abwechslungen. Doch bevor ich mein "Handicap" auf dem Platz ermitteln sollte, musste ich erst einmal den Ball treffen. Wo sonst würden sich bessere Übungsmöglichkeiten für den passionierten Golfanfänger bieten als auf einem Driving Range? Mr. Baxter nahm mich an diesem (dritten) Tage zu seinem Stamm-Range mit. In dem Häuschen neben dem mit Bällen übersäten Platz entschied sich Mr. Baxter für die mittlere dreier möglichen Korbgrößen, deren Inhalt die Menge der zur Verfügung stehenden Bälle bestimmte. Die einzelnen Körbchen kosteten zwischen 2,25 und 5 $. Wir erhielten somit etwa dreißig Bälle, zehn davon für mich.

Nach schwerem fünfminütigem Kampf beförderte ich dann doch alle aufs Feld, aber irgendwie mehr schlecht als recht. Dieser "Erfolg" verlangte natürlich nach greifbarem Einsatz - die Bälle hatte ich ja schließlich getroffen.
Somit fuhren Peter, einige seiner Freunde und ich spätnachmittags auf einen öffentlichen Golfplatz und mieteten zusätzlich zwei Elektrowagen. Neben tatkräftiger Verwüstung der Wege spielten wir auch mal Golf und brachten schließlich mit weit über dreißig Schlägen für natürlich nur neun Löcher pro Kopf nach zweistündigem Spass das Spiel und die Batterien der Wagen zu Ende.