Schülerausweis als Farce

Mittwoch, 18. April
Mein Geburtstag wurde als eine Art Sammelgeburtstag begangen, da Mrs. Baxter wenige Tage vorher, Peter und Kristen, die Tochter der befreundeten Familie Paulsen und auch meine Begleiterin beim Prom, einen Tag nach mir ihren Geburtstag feierten. Diese Ereignisse wurden mit einer Joghurt-Eis-Torte und etlichen Geschenken begangen.
An diesem Tag führte die Schule übrigens eine neue Regelung ein. Angesichts einer Straftat an einer anderen High School, wobei eine Lehrerin verletzt wurde, bekam jeder Schüler im Little Rock School District einen Schülerausweis. Diese Plastikkarte mit Passbild war stets gut sichtbar an der Kleidung zu tragen und wurde zu Ende des Schuljahres wieder eingezogen. Meine Karte durfte ich allerdings als Souvenir behalten. Die Karten jeder Schule hatten eine eigene Farbe, bei uns zum Beispiel Blau. Leute ohne Karte oder mit einer andersfarbigen Karte wären so leicht aufgefallen, falls eine genaue Stelle der Kleidung für das Tragen der Karte Vorschrift gewesen wäre. So hingen die Karten dann am Gurt, am Hemd unter dem Pullover oder gar unten am Hosenbein. Diese Regel war also letztlich nicht sonderlich wirksam.

Donnerstag, 19. April
Das außerschulische und auch kulturelle Niveau der amerikanischen High Schools demonstrierte eindrucksvoll die Parkview-Schüler-Aufführung des Musicals Oliver Twist. Das Ensemble bestand ausschließlich aus Schülern, die die Szenen, Lieder, etc. unter Anleitung der Drama-Department-Lehrer unserer Schule einstudiert hatten. Das professionelle Bühnenbild mit eindrucksvollen Requisiten wurde ebenfalls von Schülern unter Anleitung von Lehrern, Künstlern und Fachleuten gefertigt, so dass quasi die gesamte Aufführung (Kartenverkauf, Maske, Technik usw.) von Schülern in die Hand genommen worden war.
Die fast zweistündige Vorstellung war ein voller Erfolg, wobei man sich wie im professionellen Theater fühlte.