Ankunft im Eisschrank

Samstag, 16. Juni
Der Rückflug, obwohl auch wieder von Spannung und Erwartungen über das Wiedersehen mit meinen Eltern und meinem Bruder gekennzeichnet, war ein schmerzhaftes Ereignis.

Es war wirklich schwer, mich von den Baxters und von einem unvergesslichen Jahr zu verabschieden. Mir war, als sei ich erst vor einer Woche angekommen, und doch waren zwischenzeitlich zehn Monate verstrichen.
Wie erwähnt wurde mein Flugschein auf die Strecke Little Rock - St. Louis - New York - Frankfurt umgebucht. Der Flug verging aber trotz zweimaligem Umsteigen sehr schnell. Auf dem John F. Kennedy-Airport in New York wurde dann auch zunächst die falsche Gate-Nummer angegeben, und die Lauferei weckte Erinnerungen an meine Ankunft in St. Louis vor zehn Monaten.
Als nächstes "Bonbon" war die Maschine überbucht. Ich kam auf wundersame Weise als letzter Passagier an Bord, nachdem sich ein Mitreisender bereit erklärt hatte, in New York auf die nächste Maschine zu warten. Danach standen wir noch etwa drei Stunden auf dem Rollfeld, da angeblich nichts vom Tower zu hören war. Somit kam ich fast ohne Schlaf und mit mittlerweile vier Stunden Verspätung in Frankfurt an.

Der Pilot meinte, dass Außentemperaturen von 10-12 ºC zu erwarten seien. Später empfand ich es aber nach 35 ºC in Little Rock, als sei ich in Alaska gelandet.
Ein Austauschschüler in der gleichen Maschine wurde in Frankfurt dann gleich von Freunden, anscheinend standesgemäß, mit Bier, Deutschlandfahne und Gebrüll empfangen. Angesichts dessen freute ich mich aber, dass mich "nur" meine Familie abholte. Ich wusste plötzlich gar nicht, wo ich überhaupt anfangen sollte. Alles kam mir sehr fern und unwirklich vor.
Gegen Abend war ich dann aber seit fast vierzig Stunden ohne Schlaf gewesen, und die weiteren "Berichte" wurden auf den folgenden Tag verschoben.
In meinem Tagebuch steht als letzter Eintrag nur der Satz: Die Zeit ist unglaublich schnell vergangen!