Little Rock

Mein erster Tag in meinem neuen Zuhause begann erst recht spät gegen zehn Uhr. Meine Gastfamilie ließ mich nach der langen Reise auch lange schlafen.

Nach dem Aufwachen benötigte ich erstmal einige Zeit zum Ordnen meiner Gedanken, denn ich war während der Fahrt auf der Autobahn nach der Landung doch recht müde gewesen und hatte die Veränderungen in meiner Umgebung nicht so richtig mitkriegen können. Beim Anblick meiner halb ausgepackten Koffer kam wieder ein Anflug von Heimweh auf, den ich aber rasch verdrängte.
An diesem Morgen sollte ich auch noch meinen Gastbruder Peter kennenlernen, der am Abend meiner Ankunft arbeitete und somit nicht am Flughafen sein konnte. Unsere erste Begegnung fiel zwar freundlich aus, aber nicht gerade übermäßig herzlich.
Den Grund dafür erfuhr ich erst später von Peter selbst, als sich eine gute Freundschaft zwischen uns entwickelt hatte. Meine Gastfamilie hatte etwa ein halbes Jahr vor meiner Ankunft fünf Monate lang eine Gastschülerin aus Japan beherbergt. Sie wurde die Freundin von Peter und den Abschied von ihr hatte er damals noch nicht ganz überwunden. Aus diesem Grund war er dann zunächst gegen die Aufnahme weiterer Schüler oder Schülerinnen. Unsere Beziehung war daher anfangs auch etwas unterkühlt, entwickelte sich aber im Laufe der Zeit zu einer großartigen Freundschaft, die auch heute noch fortbesteht.