Eine Frage der Rasse?
Obama und die Hakenkreuze
Obama, der charmante, junge Präsident, der seine zahlreichen Fans in eine ähnliche Begeisterung und nahezu Hysterie stürzt, wie sie zuletzt bei John F. Kennedy beobachtet wurde – dieses neue Staatsoberhaupt, dessen Tun von der gesamten Welt mit Hoffnung, ja, Wohlwollen beäugt wird, hat im eigenen Land gegen viel Widerstand zu kämpfen.
Insbesondere seine Pläne zur Gesundheitsreform stoßen auf harsche Kritik. Ein Protest der hässlichen Art, der deutlich rassistisch gefärbt ist, wurde einen Tag nach Obamas Unterzeichnung des Konjunkturprogramms in der konservativen Boulevardzeitung New York Post abgedruckt. Die Karikatur zeigt einen von einem Polizisten erschossenen Affen und trägt die Sprechblase „Sie müssen jemand anderen finden, der das nächste Konjunkturprogramm schreibt.“
Die Ausflüchte des Chefredakteurs Col Allen, damit sei auf einen in Connecticut getöteten Schimpansen, der eine Frau angefallen hatte, angespielt worden, mochten nicht recht überzeugen. Hunderte von Demonstranten riefen bei Kundgebungen zum Boykott des Blattes auf, und Bürgerrechtler Al Sharpton verwies auf ähnliche Fälle in der Vergangenheit, in denen häufig rassistische Vergleiche zwischen Afroamerikanern und Schimpansen gezogen wurden.
Beschuldigungen, zum Sozialismus überzulaufen, Hakenkreuze an Bürotüren, hysterische Warnungen vor „Todes-Gremien“ – all diese unschönen Proteste der letzten Wochen seien, so Ex-Präsident Jimmy Carter, nur verschleierte rassistische Angriffe.
Was sagt der Geschädigte selbst dazu? Obama wiegelt ab. „Gibt es Leute da draußen, die mich nicht mögen wegen meiner Rasse? Ich bin sicher, dass es die gibt. Doch das ist hier nicht die alles dominierende Frage – ich denke, das sind Leute, die vor allem gegen den Staat sind.“
Ganz klar: Obama möchte nicht in den Kampf gegen den Rassismus verwickelt werden. Er ist der post-rassistische Präsident, und Rassenfragen stehen nicht auf seiner Agenda.

