Vorbereitung
Ein Jahr als Gastschüler im Ausland - wohl vielen Jugendlichen mal zu Ohren gekommen, aber nur von wenigen erlebt.
Zugegeben, das Wort "ein Jahr" klingt beim ersten Hören abenteuerlich und irgendwie recht lang, und daran ändert sich zunächst auch nur wenig, wenn man weiß, dass dieses Jahr im Grunde nur etwa zehn Monate dauert. Aber - und dies ist ein großes ABER - was für besondere zehn Monate!
Man hört dann vielleicht ab und zu kleine Geschichten, Meinungen, etc. von Freunden, Bekannten, im Fernsehen und von vielen Seiten, aber ein Durch- oder Überblick fehlt doch meist.
Um nun auch weitere Gastschüler von meinen Erfahrungen und Eindrücken profitieren zu lassen und ihnen eine Entscheidungshilfe zu geben, habe ich mich entschlossen, von meinen zehn Monaten in den Vereinigten Staaten, mit all ihren kleinen Höhen und Tiefen ausführlich zu berichten.
Zu Beginn sollte ein jeder nach seiner Motivation fragen, sich prüfen, warum er denn über den großen Teich möchte. Nun war in meinem Fall meine Familie eine große Hilfe. Der Anstoß stammte eigentlich von meinen Eltern, die unter anderem über sogenannte einjährige Studienaufenthalte in den USA gelesen hatten. Ihr Vorschlag, ich solle das doch auch versuchen, löste zunächst die bange Frage aus, wie ich, der ich noch nie länger als drei oder vier Wochen von Zuhause verreist war, ein Jahr in den USA als Gastschüler auf einer High-School und bei einer Gastfamilie bestehen sollte?
Dann kam mein erstes großes ABER!
Die Vereinigten Staaten wollte ich schon immer kennenlernen, und eine bessere Möglichkeit dafür ist wohl kaum denkbar. Nebenher könnte man auch perfekt Englisch lernen, und - verbunden mit der Kenntnis des Landes und der Lebensweise der Amerikaner - würden sich diese Tatsachen nur günstig auf künftige Berufschancen auswirken. Vor allem aber fesselte es mich, Menschen aus einem fremden Land und auch mich selbst besser kennenzulernen.
Die folgende Zeit verbrachte ich allerdings mit Selbstzweifeln. Ich hielt mich zunächst nicht für unbedingt fähig, ein solches Jahr zu überstehen und versuchte unentwegt, mir das Leben in den USA in einer Gastfamilie vorzustellen.

