Sieben Stunden Schreibarbeit

Samstag, 3. März
Der heutige Samstag und dann auch viele weitere im März und im April gehörten meinem Englischkurs. Mein Elfter-Klasse-Englischkurs - mein einziger Kurs in der elften Jahrgangsstufe - war ein sogenannter AP- oder Honors-Kurs. Diese Bezeichnungen standen für einen Fortgeschrittenenkurs mit schwierigen Themen, aber auch mit höherem Anteil an selbständiger Arbeit.

Nun wird im Fach Englisch im zweiten Halbjahr ein sogenanntes Major Research Paper verlangt. In unserem AP-Kurs bedeutete dies, dass jeder Schüler einen Schriftsteller oder einen Dichter aus einer langen, vorgegebenen Liste auszuwählen und ein selbstgewähltes Thema zu diesem Schriftsteller auszuarbeiten hatte.
Schon die Auswahl der Person aus der Liste, die Namen wie Poe, Thoreau, Edgar Lee Masters etc. enthielt, war nicht gerade einfach.

Danach arbeitete jeder Schüler für sich in der Bibliothek. Dies bedeutete zunächst Materialsammlung und -sichtung. Es mussten mindestens zehn Quellen auf Karteikarten an die Englischlehrerein, Mrs. Miller, zur Benotung abgegeben werden. Nach etwa einer Woche sollten Themenvorschläge vorliegen, die Mrs. Miller mit jedem Schüler einzeln durchging. Freilich blieb die Ausarbeitung und Zusammenstellung für Zuhause. Neben Deckblatt und bestimmtem Format gehörte auch eine Quellenangabe entsprechend der bibliographischen Regeln zur Arbeit.

Nach längerem Überlegen und Suchen entschied ich mich für Hemingway. An Quellen mangelte es bei diesem Schriftsteller natürlich nicht, also war die Themenwahl auch nicht einfach. Zum Schluss stand dann meine Arbeit unter der Themenstellung "The Old Man and the Sea - an Autobiography by Ernest Hemingway?".
Um diese Frage beantworten zu können, studierte ich zahlreiche Hemingway-Biographien, las und analysierte sein Werk "Der alte Mann und das Meer" und fertige unzählige Karteikarten mit Inhaltspunkten an. Allein, um dann die zehnseitige Abhandlung zusammenzustellen und zu schreiben, brauchte ich über sieben Stunden.
Meine Mühe wurde schließlich mit "A-minus" (wegen kleinerer formaler Fehler) belohnt.