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Amerikanische Schulen sind doch nur oberflächlich ...
Dieses Vorurteil scheint sich gerade bestätigt zu haben, denn eine Schule hat konsequent alle Lehrer entlassen, da die Schüler im Gleichschritt das Klassenziel verfehlt hatten. Hat das Vorbildcharakter oder nicht? Dieses konsequente Vorgehen ist natürlich auch in Amerika nicht typisch.
Es gibt viele amerikanische Schulen, die durchaus einen niedrigen Bildungsstand aufweisen, es gibt aber auch Schulen, die ein hohes Bildungsniveau anstreben. Es gibt kein einheitliches Curriculum. Jede Schule entscheidet für sich. Zugegebenerweise ist dies ein Minuspunkt.
Ich finde das Beispiel trotzem verblüffend, denn in Deutschland passiert anderes, wenn eine Klasse unterdurchschnittlich abschneidet: Man gibt zuerst den Eltern die Schuld, dann den Schülern, nicht genug getan zu haben. Danach nimmt man die Lehrer in Schutz, denn sie hatten es ja wirklich schwer.
Dann geht der Schultrott weiter und das Niveau ändert sich auch nicht. Konsequenzen? Nein, die Lehrer sind hochgeachtet und halten zusammen. Eine kritische Gesprächskultur gibt es traditionell kaum.
Warum erwähne ich das hier? Mir ist aufgefallen, dass es in Amerika zwischen Schülern und Lehrern eine Zielsetzung gibt, die für beide wichtig ist: Ein gutes Auskommen und ein guter Abschluss. Beide machen sich auf den Weg, das Ziel zu erreichen, auch wenn der Schüler dreimal den Kurs wechseln muss. Das gehört dazu und die Kurse sind flexibel.
In Deutschland muss ein Schüler häufig erst so schlecht und demotiviert werden, bis er so klein mit Hut ist, dass er in den "schlechteren" Kurs darf. Das hat er auch nicht zu entscheiden, es wird über ihn entschieden.
Bei Prüfungen sind oft weder den Eltern noch dem Schüler die Bewertungskriterien bekannt. Steht das Ergebnis fest und möchte man daran rütteln, ist es ein "Schulgeheimnis" und man muss unter Umständen die Behörde einschalten. Davor haben viele Angst. So bleiben Probleme unter dem Teppich.
In Amerika schaut Johanna in ihren virtuellen Schulordner, sieht ihre bisherigen Noten sieht, in welchen Fächern sie sich umstufen lassen muss und welche Test anstehen. Wenig geheimnisvoll.
Meine Meinung über die amerikanischen Schulen hat sich in einigen Bereichen geändert: Es wird viel "Lustiges" unterrichtet, wie Weitwurfangeln etc. (wie wichtig das ist bleibt dahingestellt), aber die Motivation der Schüler ist sehr hoch und sie identifizieren sich mit ihrer Schule.

