Tornados und Pop-Musik
Mittwoch, 14. März
"Im März erlebt man das echte Arkansas-Wetter" meinte Mr. Baxter. Hinter dieser Aussage standen grauer Himmel, hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen sowie nicht zuletzt Tornados. Nachdem Parkview vor zwei Jahren durch einen Tornado beschädigt worden war, gehörten Probealarm und Übungen zum Schulprogramm im März. Allerdings tobte der nächste Tornado dieses Jahr etwa 200 Kilometer von Little Rock entfernt.
Dieser Tag war aber aus einer anderen Sicht weniger erfreulich. Peter, mit dem ich im ersten Semester immer nach der Schule nach Hause fuhr, nahm im zweiten Halbjahr an dem ICT-Programm teil. Dies bedeutete, dass er nur vormittags Unterricht hatte und nachmittags im Hotel Holidays Inn arbeitete. Ich sorgte deshalb im zweiten Halbjahr dafür, dass mich jemand heimfahren konnte.
An diesem Mittwoch passierte es jedoch, dass der Parkplatz bereits fast ganz leer war, als ich aus der Schule kam. Zum Glück entdeckte ich meine Tutorin, Mrs. Hieman, die nicht weit von den Baxters wohnte, und mich an diesem Tag mitnahm, da nicht mal mehr Schulbusse zu sehen waren.
Allerdings kamen solche Tage glücklicherweise recht selten vor, da es mir meist bereits in der Mittagspause gelang, eine "Fahrgemeinschaft" zustande zu bringen.
Donnerstag, 15. März
ZOO'98. Hinter diesem Kürzel steht einer der größten Radiosender von Arkansas, spezialisiert hauptsächlich auf Pop-Musik (in den USA haben sich die meisten Sender immer auf eine bestimmte Musikrichtung wie Country, Oldies, Hardrock etc. verlegt).
Traditionell lädt der D.J. Steve jedes Jahr einige Schüler aus dem Abschlussjahrgang zu sich ein, um als Studioassistenten mitzumischen, und zwar donnerstags immer in einer anderen Schule. Eine Freundin von mir, Sunny, ließ ihre Beziehungen zum Sender spielen, und so standen wir an diesem Donnerstag abends zu fünft im Senderaum. Wir konnten an der Programmgestaltung mitwirken, Ansagen machen, Telefonate beantworten, Umfragen über Lehrer und Schüler starten und eine Menge Widmungen loslassen.
Vor allem meine Übersetzungsdienste wurden in Anspruch genommen, zum Beispiel was "Fahrvergnügen" aus der amerikanischen VW-Werbung bedeutet, aber ich war auch als Beziehungspsychologe gefragt.

