Auftakt zu Weihnachten

Samstag, 2. Dezember
Der Tag stand im Zeichen des historischen Amerikas: Mit meiner Gastfamilie besuchte ich ein restauriertes Dorf aus der Gründerzeit und wurde auch in die unabdingbaren Geheimnisse des Square Dance eingeführt. Weitere Talente verlangten das Brotbacken und Zeitungsdrucken.
In diesem Zusammenhang ist es interessant, wie sehr sich die Amerikaner ihren Wurzeln aus der Gründungszeit verbunden fühlen. Zeugnisse der damaligen Zeit werden mit Sorgfalt gepflegt - es findet sich in fast jeder größeren Ortschaft ein Museum oder unter Denkmalschutz stehendes Gebäude, das die Lebensweise vor zwei oder drei Jahrhunderten zeigt. Allerdings hat man oft den Eindruck, dass hier ausgewählt wurde: die Verarbeitung der Vergangenheit hinsichtlich Vertreibung der Indianer, Sklaverei etc. steckt noch in den Kinderschuhen.

Freitag, 8. Dezember
Der Tag begann mit guter Stimmung trotz grauen Himmels. Die gute Laune wurde dann noch weiter gehoben, als in einer Radiodurchsage die Schule wegen Schneefalls für heute abgesagt wurde. Tatsächlich waren im Regen einige als Schnee erkennbare Flocken zu entdecken.
Im Little Rock School District galt der Tag bei Schneefall als schulfrei, da die Schulbusse mit Sommerreifen nicht verkehren durften. Obwohl dann bereits ab 10 Uhr die Sonne schien, konnte der Tag privat genutzt werden, beispielsweise zum Weihnachtseinkauf. Das Angebot war überwältigend, und auch die Weihnachtsmänner in den Geschäften waren für Erinnerungsfotos bereits voll beschäftigt.

Abends wurden dann zum offiziellen Auftakt der Weihnachtssaison die Lichter am Capitol - auf dem Parlamentsgebäude - in Little Rock eingeschaltet. Der Besuch des Parlamentsgebäudes durfte natürlich nicht ausgelassen werden. Das Capitol-Gebäude, dem "großen Bruder" in Washington nachempfunden, war innen mit weißen Marmorplatten verkleidet und hatte eine Vielzahl von Säulen und Gängen. Zum Schluss war auch das Arbeitszimmer des einstigen Gouverneurs von Arkansas, Bill Clinton, zu besichtigen - US-Geschichte live.