In Basketball-Stimmung

Donnerstag, 4. Januar
Coach Walters nahm den heutigen Tag anscheinend frei, wie häufig vor wichtigen Basketballspielen. Wahrscheinlich brauchten seine "überstrapazierten" Nerven etwas Beruhigung. Für Schüler bedeutete das Fehlen eines Lehrers im Grunde nichts Gutes, denn dann verteilte eine Aufsichtsperson gleich verschiedene schriftliche Aufgaben aus dem Buch, die am Ende der Stunde einzureichen waren - reine Beschäftigungstherapie, da Stunden in den USA nie ausfallen.
War ein Lehrer zum Beispiel längere Zeit krank und wir hatten bereits das ganze Buch abgeschrieben, so kam es vereinzelt vor, dass die Stunde in der Study Hall zu Hausaufgaben freigegeben wurde.
Allerdings lagen an diesem Tag die Aufgabenblätter schon bereit.

Freitag, 5. Januar
Coach Walt ließ sich heute zwar blicken, sah sich jedoch angesichts des entscheidenden Spiels gegen die Central High School außerstande, Unterricht zu halten, und widmete sich seinen Videoaufzeichnungen.
Bei einem anscheinend so weltbewegenden Spiel durfte ich natürlich nicht fehlen.
Gegen 18 Uhr saßen Peter, ich und noch einige Jungen in der halbleeren Halle und beobachteten die etwas dürftigen Darbietungen unserer Damenmannschaft.

Erfahrene Basketballfans kannten wohl diese Spiele und kreuzten erst gegen 20 Uhr auf, kurz vor Beginn des Spiels der Herrenmannschaft. Mangels Ausweichmöglichkeiten in der Menge wurde man zwangsläufig von der Stimmung mitgerissen. Von diesem Spiel durfte man auch einiges erwarten: Unsere Parkview-Mannschaft war das auf Nr. 1 gesetzte Team, obwohl auch Central High School nicht gerade mit den schwächsten Spielern erschien. Über eine Stunde lang wurde dann Nationalmannschaftsniveau geboten.

Es war für mich danach auch kein Wunder, dass unserem besten Spieler, Alfred Warren, Verträge als Profi nach dem Schulabschluss geboten wurden. Parkview gewann das Spiel, aber obwohl solche Basketballspiele immer eine Art Prestigeangelegenheit waren, kam es den Zuschauern eher auf Stimmung und Spannung an, angefangen bei den Cheerleaders bis zum Singen der National- und der Schulhymne.
Dass Popcorn und Coke mit zum "Erlebnis" gehörten, ist wohl müßig zu erwähnen. Mit dem Verkehrschaos nach dem Schlusspfiff klang der Abend dann harmonisch aus.