Trauriges Ereignis
Eines der schönsten Erlebnisse während dieses Zeitabschnittes war, dass ich mit Gary und Andrew in einen Naturpark fuhr, wo man ausreiten konnte. Die Familie besaß dort eine Holzhütte. Es war echt genial, obwohl mich die Landschaft sehr an einen Horrorfilm erinnerte, der ebenfalls in amerikanischen Wäldern gedreht wurde. Andrew, Chris, Andrews Kumpel und ich waren gerade auf einem Ausritt, als wir in ein Gewitter gerieten, und da hatte der Wald noch mehr Unheimliches. Trotzdem war es ein Riesenspaß, obwohl wir bis auf die Knochen nass wurden und so dann auch wieder nach Thompson kamen.
Insgesamt lebte ich mich schon richtig ein, half im Haushalt und gehörte schon fast zur Familie. Vor allem von Tammys Eltern wurde ich äußerst herzlich aufgenommen. Zum Schluss waren sie schon fast meine richtigen Großeltern; jedenfalls haben sie mich stets wir ihr echtes Enkelkind behandelt.
Leider gab es auch traurige Ereignisse, denn so musste ich von meiner Mutter zu Hause erfahren, dass meine Oma im Krankenhaus lag. Das war natürlich sehr schwer, da sie mir nahe stand. An dem Tag bekam ich etwas Heimweh. Meine Gasteltern und Geschwister haben mich natürlich aufgemuntert und immer mit mir darüber gesprochen. Das erleichterte die Sache ein wenig, aber als Austauschschüler darf man nicht vergessen, dass es solche Zeiten immer einmal wieder geben wird. Es ist Quatsch, sich einzureden, frei von Heimweh bleiben zu können. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Das Beste ist, mit seiner Gastfamilie darüber zu sprechen, denn die neuen Eltern und Geschwister können einen oft verstehen. Wohingegen es kaum helfen wird, stundenlang in die Heimat zu telefonieren, das macht es nur schlimmer. Dann ist ein Brief oder eine E-Mail die bessere Lösung.
Andererseits stieg die Spannung, denn die Schule sollte bald beginnen. Ich glaube, ich freute mich zum ersten Mal darauf, was Amanda und Andrew überhaupt nicht nachvollziehen konnten.

