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Kurzurlaub am Buffalo Lake

Nach dem Kirchenbesuch waren wir zu Garys Eltern zum Frühstück eingeladen. Zugegeben, ich würde eine Mahlzeit mit French Toast und gebratenem Speck eher Mittagessen nennen, doch ich gewöhnte mich schnell daran – nicht vergessen, was ich über das Essen in den Staaten geschrieben habe! - Und wiederum wurde ich total ausgequetscht und mit Fragen bombardiert; zum Glück hatte ich mich schon etwas daran gewöhnt.

Als wir nach Hause kamen, ging es los: Sachen wurden gepackt und das Wohnmobil der Familie beladen, denn Tammy, Amanda, Andrew und ich wollten uns auf den Weg nach Minnesota zum Buffalo Lake machen, an dem wir die nächsten vier Tage verbringen wollten. Allein die Fahrt war ein Erlebnis. Tammy und Andrew fuhren im Wohnmobil und Amanda und ich im Wagen der Familie, wo wir irre laut Musik hörten und uns darüber lustig machten, dass wir so langsam hinter dem Wohnmobil herzuckeln mussten. Zum Schluss fingen wir sogar an, die Autos zu zählen, die uns überholten.

GrillspaßIch glaube, in meinem Leben ist mir eine zweistündige Fahrt noch nie so lange vorgekommen; überhaupt ist das kein Vergleich zu Geschwindigkeiten auf deutschen Autobahnen. Doch wir haben es geschafft, und das ist das wichtigste. Allerdings war ich etwas erschrocken, da ich mir Buffalo Lake wohl etwas größer vorgestellt hatte. Amanda wollte mich beruhigen und mit mir erst einmal zum sogenannten Strand gehen, was wir auch taten. Wir wanderten etwa zwei Minuten von Campingplatz in Richtung Wasser, und ich konnte mir die Frage einfach nicht verkneifen, wo denn nun der Strand sei, worauf mich Amanda erschrocken anschaute und meinte, das sei doch der Strand. Okay, ich wohne an der Ostsee, und unter Strand verstehe ich etwas anderes, nämlich kein grasiges Ufer. Meine Gastfamilie fand mein Verhalten sehr lustig und erzählte diese Anekdote im Laufe meines Aufenthaltes immer wieder.

Lachen bis zum Morgen

Schließlich packten wir alles aus, und Andrew machte sich sofort auf zum Angeln, in einem Tretboot, weshalb Amanda und ich beschlossen, uns am Strand etwas zu sonnen. Diese Gelegenheit nutzte sie gleich, um mich über die Thompson Highschool und einige Leute dort aufzuklären. Gut, denn darauf hatte ich schon gewartet. Einige Sachen sind auch in den USA nicht viel anders als in Deutschland, vor allem wenn es um Jugendkultur geht. Dabei wurde endlich auch das Eis zwischen uns gebrochen, denn vorher hatte ich noch nicht viel mit ihr zu tun gehabt, da sie meist arbeiten musste.

Am Abend wurde gegrillt und - wie eigentlich immer in dieser Familie - viel gelacht. Andrew überredete mich noch, mit ihm Tretboot zu fahren. Ich bekam Lachkrämpfe von dieser Fahrt, denn ich sollte Andrew deutsche Schimpfwörter beibringen. Ich glaube sogar, dass er ein echtes Talent hat, Deutsch zu sprechen, denn er brachte die Wörter stets akzentfrei hervor.
Obwohl es nun schon tief in der Nacht war, hatte von uns noch keiner richtig Lust, ins Bett zu gehen, weshalb wir bis zum Morgengrauen Karten spielten. Eins wurde mir hier schnell klar, mit der Adamsfamilie konnte man immer Spaß haben, denn sie hatten einfach Freude an ihrem Leben. Das Beste war, dass sie mich von Anfang an daran teilhaben ließ.

Die Tage am Lake Buffalo vergingen viel zu schnell, da wir viel unternommen haben. So waren wir zum Beispiel Minigolfen, womit ich endlich etwas gefunden hatte, das ich besser konnte als Andrew. Er war richtig betrübt, als Amanda und ich ihn vernichtend schlugen. Von da an wurde er auch immer von seiner Schwester damit aufgezogen. Außerdem spielten wir Basketball, Beachvolleyball, fuhren Tretboot, angelten, waren shoppen in Detroit Lakes und lernten uns immer besser kennen. Wir alle vier waren traurig, als wir am Donnerstag wieder abreisen mussten. Es bedeutete schließlich, dass die Schule bald wieder losgehen würde, worüber besonders Amanda nicht sehr erfreut war.