Ein ganz normaler Tag

Ein längerer Aufenthalt ist im Ausland durch viele Besonderheiten und Änderungen gekennzeichnet, aber trotzdem stellt sich allmählich ein routinemäßiger Tagesablauf ein. Vor meiner Abreise hatte ich mir ja tausenderlei Gedanken darüber gemacht, wie mein Alltag in den USA aussehen könnte. Im Rückblick lässt sich feststellen, dass sich alte Gewohnheiten mit etwas Anpassung auf die neue Lebensweise übertragen ließen.

Hier ein ganz normaler Tagesablauf: um 7.30 Uhr ging's los mit dem Aufstehen, um gegen 7.45 Uhr das Badezimmer besetzen zu können. Da Susans Kurse erst um 9.30 Uhr anfingen, stand sie erst nach 8 Uhr auf, und so konnte ich mir Zeit lassen. Erst musste eh die Dunstwolke nach Peters halbstündiger Dusche abziehen.
Nach acht Uhr, wenn Peter meist schon die Küche geräumt hatte, stand bei mir Frühstück auf dem Programm.

Als erstes wanderten drei oder vier Toastbrote in den Toaster. Aus dem reichhaltigen Angebot der Müsli-Palette, "cereals" genannt, wovon häufig fünf bis sechs Packungen im Küchenschrank standen, mischte ich mir eine große Schüssel zusammen. Am Anfang machte ich noch einige Pausenbrote, gab dies jedoch nach zwei Wochen aus verschiedenen Gründen auf.
Erstens lohnte sich der Aufwand zeitlich nicht, denn während der fünf Minuten zwischen den Stunden blieb gerade genügend Zeit, um zum Schließfach zu gehen, Bücher für die nächste Stunde auszutauschen und den nächsten Saal zu suchen. Fürs Pausenbrot blieb keine Muße.
Zweitens wurden in der Mensa während der Mittagspause auch kleinere warme Imbisse wie Pizzen, Hamburger, Sandwiches u.ä. zu geringen Preisen angeboten
Nach dem Frühstück stand noch das Zimmeraufräumen aus. Ferner nutzte ich oft die letzten Minuten vor der Abfahrt, um die Ereignisse des letzten Tages festzuhalten.

Gegen 8.20 Uhr betrat Peter mein Zimmer und wir machten uns auf den Weg. Als letztes ließ ich noch meine Zimmertür einen Spalt offen, damit Dessy, hineingelangen konnte. Meist schaute sie aus dem Fenster oder schlief eine Runde auf meinem Bett.