Etwas Wehmut

Der Reisetermin rückt näher; noch drei Tage. Das eigentliche Abenteuer begann bereits jetzt.
Obwohl ich meinen Flugschein durch den Veranstalter bei TWA buchen ließ und schon erhielt, musste ich mich noch bei der Fluggesellschaft über die Gepäckbestimmungen erkundigen. Diese stellten eine kaum lösbare Aufgabe dar. Ich musste alle Sachen, von Kleidern über Rasierapparat bis zum Wörterbuch, in zwei Koffer packen, die einzeln nicht über 35 kg wiegen durften.
Nachdem aber die ganze Familie einen ganzen Tag lang beschäftigt war, standen schließlich Koffer und Handgepäck fertig in meinem Zimmer.
Ich ahnte schon damals das Problem, das zu Ende meines Aufenthaltes auf mich zukommen würde. Schließlich musste ich diese Sachen und zusätzlich all diejenigen, die ich in den USA erwerben werde, wieder zurückbringen.
Aber dieser Zeitpunkt lag damals noch in unwirklicher Ferne, so unermesslich, dass die Zweifel an meinem Entschluss wiederkehrten.

Der letzte Abend vor dem Abflug war vielleicht der schwierigste. Meine Gedanken kreisten nur um den Flug, um die zehn Monate, d.h., um die etwas über dreihundert Tage ... Wieviele Stunden wären das eigentlich?
Am nächsten Morgen ging dann alles sehr fix - noch einmal Gepäck, Papiere, Adressen, Geld, Flugschein etc. kontrollieren und dann auf zum Flughafen. Das Einchecken war langwierig und auch langweilig, da gerade neue Sicherheitsmaßnahmen eingeführt worden waren.
Nachdem dann das "Technische" erledigt war, war der schwierigste Punkt erreicht, Abschiednehmen: Irgendwie fehlten meinen Eltern und meinem Bruder, aber auch mir die Worte, so dass mir nur der Satz "Also, ich komme dann in zehn Monaten" einfiel.