Sorge um den Sohn

Sonntag, 29. Oktober
Bei meiner Abreise vereinbarte ich mit meinen Eltern, dass wir am Anfang sonntags um elf Uhr kurz, d.h. fünf bis zehn Minuten, miteinander telefonieren würden. Mit Hilfe dieser Telefonate konnten wichtige Sachen immer schnell besprochen werden, ohne die Briefe, die über eine Woche unterwegs waren, abwarten zu müssen.

Da ich es war, der anfangs immer angerufen hatte, bewegte sich meine Telefonrechnung zwischen 60 und 80 $. In den USA erhält jeder Teilnehmer - meine Gasteltern waren bei AT&T und Southern Bell Company - eine mehrseitige Rechnung zu Monatsende, in der alle Anrufe mit Zeit, Einheiten, Ziel und angewählter Nummer angegeben waren. Da Ortsgespräche aus Gründen der Konkurrenz zwischen Telefonunternehmen kostenlos sind, werden nur Ferngespräche auf der Rechnung festgehalten. Dadurch konnte ich meine Anrufe auf den Cent genau sehen und bezahlen (s. auch "Telefon").

Der Anruf an diesem Sonntag kam jedoch von meinen Eltern, da es in Deutschland eine Fernsehnachricht über eine eingestürzte Brücke in Arkansas gab, wobei Schüler verletzt wurden. Der Unfall ereignete sich jedoch nicht in Little Rock - was in den Nachrichten nicht erwähnt wurde - und so war ich in keiner Weise betroffen.