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Zu Gast im Haus der Gasteltern

Davor hat man schon ein wenig Angst… man könne sich ja auch nicht verstehen, und dann? Dann sitzt man hier in Wisconsin und bringt irgendwie die Zeit um. Aber wir sind am Flughafen nett und freundlich empfangen worden, Johanna freute sich und hatte Tränen in den Augen, so wie wir auch. Am Flughafen kamen uns Johanna, ihre Gastmutter und deren Kinder entgegen. Toll, einfach toll.
Nun wollten wir schnell unsere Koffer holen, denn wir waren nach 17 Stunden reisen völlig am Ende. Leider war nur ein Koffer vorhanden, der andere sollte irgendwann folgen. Nun ist es an diesem Flughafen so üblich, dass abhanden gekommenes Gepäck nach Hause gebracht wird. Und siehe da, tatsächlich kam es noch an diesem Abend. Das ist doch ein Service!

Wir wurden in unser neues Zuhause gebracht und kamen an ein Schloss ... na ja ganz so groß war es nicht, hatte jedoch schon ein wenig davon. Groß und verwinkelt war es, einfach schön mit seinem sehr großen Garten rundherum. Und nun sah ich auch, warum diese Straße nicht Straße, sondern Drive hieß. Es war ein Drive! Viel zu groß für eine Straße.

Sofort wurden wir herumgeführt, erhielten Handtücher und Einblick in jedes Zimmer. Wir hatten sofort das Gefühl, dass wir hier gern aufgenommen wurden und alles benutzen könnten. Nachdem wir uns das Haus angesehen hatten, machten wir einen Spaziergang. Völlig müde, aber es war dringend notwendig, um "herunterzufahren".

Natürlich wurden auch noch Geschenke verteilt, das gehört sich so!
Nach dem Essen und ein wenig Plauderei gingen wir um 8.00 Uhr in unser Bett und schliefen.

Hinweis: Sie brauchen Geschenke, das ist klar. Und zwar nicht irgendetwas, sondern etwas Passendes. Schenken Sie keine Lebensmittel, damit fallen Sie beim Einchecken negativ auf, sondern etwas aus der Region, etwas Lustiges und etwas, worüber man sich unterhalten kann.

Und: So ein Besuch birgt immer die Gefahr, dass es schiefgeht. Sohn oder Tochter können plötzlich starkes Heimweh bekommen. Oder Sie verstehen sich nicht mit den Eltern, dann ist es auch nicht so schön. Prüfen Sie also vorher genau, ob dieser Besuch wirklich passend ist. Auf keinen Fall dürfen Sie diese Reisegelegenheit wahrnehmen, da sie sich Ihnen gerade bietet. Das könnte Schaden bringen.
Es kann auch andersherum sein. Dann nämlich, wenn man sich als Gast nicht sehr wohl in dem Haus fühlt, weil man wegen allem und jedem fragen möchte und niemandem zur Last fallen darf. Plötzlich hat sich die Situation geändert und man fragt die eigene Tochter, ob man etwas trinken darf.

Außerdem müssen Sie prüfen, wo sie schlafen können. Keinesfalls ist es, so wie bei uns, selbstverständlich, dass die Gäste im Wohnhaus der Gastfamilie wohnen, dies ist ein glücklicher Zufall.
Hinweis: Hotelzimmer in den USA sind sehr teuer, das ist zu bedenken. Es kostet in einer Großstadt schon 250,00 Dollar pro Nacht ohne Frühstück. Na dann, viel Spaß!