Wertvorstellungen in Amerika
Historiker nennen die USA nicht eine Nation, sondern viele, die aus Menschen mit weißer, schwarzer, gelber etc. Hautfarbe besteht. Es existieren auch einige grundsätzliche Werte, die man in den USA als "uniting", also als verbindend bezeichnet. Die meisten Amerikaner zählen hierzu genauso die Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit sowie Ehrlichkeit und Gesetzestreue.
Amerikaner glauben zumeist an ihre Ideale so stark, dass sie oft auch ein Sendungsbewusstsein damit verknüpfen. Als Führungskraft der "free-world" sehen auch viele Jugendliche ihr Land. Trotzdem werden mittlerweile auch vereinzelt kritische Stimmen laut, die darauf hinweisen, dass ein unreflektierter Wunsch zur Verbreitung dieser Ideale auch zu einem Rückschlag führen kann: Die USA können leicht als eine militärische Macht und nicht als "Missionar von Idealen" angesehen werden.
Fünf der sehr oft auftauchenden amerikanischen Werte sollten hier genannt werden:
Staatsbürgerschaft
Gastschüler lernen schnell den Ausdruck der "Founding Fathers" oder der "Pilgrims" kennen, die im wesentlichen den Grundsatz der Teilnahme der Bürger an der Regierung als Grundlage der Demokratie festgeschrieben und praktiziert haben. Die starke Bindung zur amerikanischen Staatsbürgerschaft findet sich überall: z.B. in der Bedeutung der Flagge oder zu nationalen Feiern wie dem 4. Juli. Bemängelt wird allerdings, dass insbesondere junge Amerikaner mit nur etwa 20-30 Prozent Teilnahme an Präsidentschaftswahlen ihre grundlegenden staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten nur unvollständig wahrnehmen.
Arbeitsglück
Amerikaner glauben an Erfolg durch schwere Arbeit. Der Puritanismus, aber genauso literarische Werke wie zum Beispiel von Horatio Alger unterstreichen, dass jeder durch harte Arbeit zu Wohlstand gelangen kann. Dies setzt die Bereitschaft voraus, sich fordernde Ziele zu setzen und energisch erreichen zu wollen. Mittlerweile wird aber auch kritisch angemerkt, dass sich eine Tendenz zeigt, all diejenigen, die "es nicht geschafft haben", als faul abzustempeln. Damit ergibt sich die Frage nach gleichen Voraussetzungen.
Toleranz
1620 war für Puritaner religiöse Diskriminierung der Grund zur Auswanderung. Die Vielzahl der mittlerweile in den USA verbreiteten Kulturen und Religionen erzwingt eine weitgehende Toleranz, ohne die ein friedliches Zusammenleben unmöglich wäre. Dass es in Fragen der Diskriminierung wegen Hautfarbe, Geschlecht, Religion oder Behinderung immer noch viel zu tun gibt, ist allerdings nicht nur in den USA der Fall.
Gerechtigkeit
Die meisten Amerikaner glauben, dass Gerechtigkeit früher oder später triumphiere, und zwar nicht nur in den Gerichtssälen. Die Bedeutung dieses Wortes spiegelt sich in den zahlreichen Punkten der an sich kurzen amerikanischen Verfassung. Sie war auch Auslöser der Schwarzenbewegungen, aber auch der zahlreichen Initiativen von Frauen für Gleichberechtigung. Demgegenüber wird allerdings heute immer noch betont, dass die Rolle des Geldes und rassistische Vorurteile nicht gänzlich aus den Gerichtssälen verbannt werden könnten.
Individualität
Es wird oft angemerkt, dass die USA ohne Individualismus und originell-exzentrische Individuen sich nicht hätten entwickeln können. Tatsächlich ist die US-Verfassung vornehmlich auf den Schutz des Individuums und seiner Individualität ausgelegt. Dass viele Aspekte des täglichen Lebens in den privaten Bereich verlagert sind, und wie bedeutend die Privatsphäre ist, an diesen Punkten lassen sich Bedeutung und Aufgabe der Förderung des Individualismus ablesen.

