Nasse Nacht im Minizelt

Samstag, 1. April bis Freitag, 6. April
Der April begann für mich angenehm mit meiner zweiten Reise nach New Orleans. Dieser zweite Besuch in der Jazzmetropole sollte aber auch länger werden und bis nach Florida führen. Meine Erwartungen vom November wurden also nicht enttäuscht.
Die Reise war für den Morgen des 1. April geplant, allerdings gewann wieder amerikanische Spontanität an Gewicht, und wir traten die über zehnstündige Autofahrt erst gegen 14 Uhr an. Ich hatte bereits den Freitag mit Vorbereitungen verbracht und stand dann am Samstag schon um 8 Uhr morgens zur Abreise bereit. Die übrigen "Reiseteilnehmer" waren jedoch noch anderweitig beschäftigt und Susans Freundin, die auch mitfahren sollte, tauchte erst gegen Mittag auf. Ich sah im Übrigen schon meine Prädestination als Leibwächter für zwei fünfzehnjährige, weltoffene Damen.
Die Reise im vollgepackten Chevrolet war erwartungsgemäß wenig abwechslungsreich, was dann die beiden Fräulein auch oft zum Ausdruck brachten.

Die zweite Erwartung, dass wir es an diesem Tag nicht ganz bis nach New Orleans schaffen würden, erfüllte sich auch. Die Nacht verbrachten wir im Drei-Mann-Zelt zu fünft, und zwar als einzige Camper auf dem Platz. Um Mitternacht war es dann soweit: Es begann zu regnen.
Nach dieser erfrischenden Nacht entschädigte der Sonntag mit Sonne und Temperaturen um 30 ºC.

Nach dem Doughnut-Frühstück - die bekannten krapfenähnlichen Gebäckringe - langten wir gegen 10 Uhr bei gleißendem Sonnenschein in New Orleans an.
Mr. Baxter hatte nun eine gute und eine weniger gute Nachricht für mich.
Zum einen durfte ich die folgenden vier Nächte auf dem Seegelboot seines Vetters verbringen, sofern ich wollte, zum anderen würden die beiden Mädchen auch dort schlafen, also ein 24-Stunden-Job! Das Angebot wurde aber trotzdem angenommen.

Auf dem etwa zehn Meter langen Segelschiff angekommen, zog ich in den Bug und überließ den Mittelteil den Mädchen. Das Schiff mit dem höflichen Namen "After You" wartete übrigens mit hervorragender Ausstattung auf: große Bordküche, Duschkabine und sogar eine Toilette. Im Bug hatte ich dann auch die Dachluke als separaten Eingang.