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Dinieren, Tanzen, Feiern
Freitag, 13. April
Dieser Tag war wieder einer der schönsten meines Schülerdaseins - und nicht nur auf die USA bezogen. An diesem Freitag fand das Prom, d.h. der Abschlussball, statt. Die bereits erwähnten Vorbereitungen sollten ja endlich ein Ergebnis haben.
Der Schultag verlief wie gewöhnlich, doch von Anfang an war in den Gängen irgendwie mehr Platz. Nach den Vormittagsstunden wurde die Schule dann wirklich fast leer. Von den Seniors, d.h. von der Abschlussjahrgangsstufe, waren wir, so glaube ich, bis zur siebten Stunde nur zu dritt oder zu viert geblieben. Die anderen verließen die Schule früher oder waren gar nicht erst gekommen. Statt des
sen waren sämtliche Friseure, Schönheitsstudios etc. wohl ausgebucht.
Peter nutzte natürlich die Gelegenheit, um die Schule an diesem Tag schwänzen zu können, holte mich aber nach der siebten Stunde ab. Zu Hause klappte dann das Anziehritual nur mit Hilfe von Mr. Baxter, der in Sachen "tuxedo" fachkundig war. Im Haus meiner Begleiterin Kristen wurden dann die üblichen Videoaufnahmen und Fotos gemacht, und zwar gleich im Wohnzimmer, auf der Terrasse, zwischen Blumenbeeten usw.
Während Peter mit Mrs. Baxters Wagen seine Begleiterin außerhalb von Little Rock abholte, warteten wir auf unseren "Fahrdienst". Mit meinen Freunden Jeff und Morris und deren Freundinnen Laurie und Susan bildeten wir eine Art Car Pool. Morris bekam von seinem Vater dessen "Van", einen mit sechs Einzelsitzen, Fernseher, Video etc. ausgestatteten Kleinbus.
Pünktlich - wie verabredet - um 18 Uhr ging es zu McCoy's Restaurant, das teuerste und beste der Stadt. Die Speisekarte ließ kaum zu wünschen übrig, und die Rechnungen für je zwei Personen beliefen sich auf etwa 70 $.
Nach dem "Dinner" wurden die Autos gewechselt; meine Begleiterin und ich setzten die Fahrt mit Jeff und seiner Partnerin fort. Er wollte unbedingt an seinem Arbeitsplatz, einem Supermarkt, seinen "tuxedo" vorführen.
Gegen 20 Uhr kamen wir in der Festhalle an. Vor der Halle standen drei Limousinen, also ließen sich einige den Abend etwas kosten. Andere - oder die gleichen - schienen sich mehr für die Smokings zu begeistern: weiße "tuxedos", Lackschuhe, Zylinder, Handschuhe, Stock, Seidenschals etc. Manche ähnelten wirklich einem Weihnachtsbaum.
Unentbehrlich auf dem Prom ist der Fotograf. Entsprechend der Nachfrage, die natürlich bei jedem Teilnehmer besteht, gab es drei verschiedene Fotopackungsgrößen zu bestellen, für bis zu über 50 $. Unbedingt notwendig waren die sogenannten "wallet-size"-Fotos, d.h. solche, die in die Brieftasche passten und nach der Feier sehr gerne getauscht und gesammelt werden.
Auf dem Fest war selbstverständlich Tanzen angesagt, und die Versorgung mit Kuchen und alkoholfreier Bowle war auch einigermaßen gewährleistet. Zu bemängeln war einzig vielleicht der zu hohe Anteil an Rapmusik, was zwar anscheinend einigen Leuten sehr entgegenkam, aber völlig fehl am Platze war.
Nach Mitternacht verließen wir in der bereits bekannten Drei-Paare-Konstellation die Festhalle. Morris setzte meine Partnerin Kristen und mich bei Cynthia, einer Bekannten von Peter und mir, ab, die eine große Nach-Prom-Party veranstaltete. Gegen drei Uhr morgens holte uns Jeff dann von dieser Kuchenorgie ab, und wir brachten Kristen nach Hause.
Inzwischen, bereits in "ziviler" Kleidung, folgte das Video "Robocop" bei Morris. Um 4.30 Uhr waren wir, mittlerweile auf vier Personen geschrumpft, bei einer Schulkameradin zum Frühstück eingeladen. Aus diesem Plan wurde aber wegen kurz vorher einsetzenden Regens und Orientierungsschwierigkeiten nichts.
Wie sich später herausstellte, waren wir nämlich um fünf Uhr morgens zu früh (!) am vereinbarten Treffpunkt.
Gegen sechs Uhr kam ich dann nach einer äußerst langen Nacht nach Hause und war wegen Müdigkeit bis spät in den nächsten Nachmittag kaum ansprechbar. Peter brachte es sogar noch soweit, dass er erst gegen 15 Uhr wieder auftauchte, nachdem er seine Freundin zu Hause abgesetzt hatte. Trotz aller Nachsicht war dies von meinen Gasteltern natürlich missbilligt worden.

