Weihnachten mal gar nicht anders
Um zehntausend Fragen aus dem Wege zu gehen, hier schon mal die Antwort: Nein, ich habe nicht geweint, ich war nicht mal traurig und hatte auch keine Sehnsucht. Und das, obwohl ich während der Festtage mit meinen Eltern und Freunden telefoniert habe.
Wir haben hier in Wisconsin nur ein wenig anders gefeiert. Bei uns in meiner Gastfamilie wird täglich mit der großen Sippe gefeiert und gegessen. Da sind auch lange Autofahrten nicht schlimm. Wenig Schlaf auch nicht.
Bescherung ist am 25.12. schon am frühen Morgen, um 7.00 Uhr. Das liegt allerdings auch daran, dass wir hier ein Kleinkind haben
. Der kleine Junge steht natürlich früh auf.
Die Bescherung verläuft so wie zu Hause, alle sitzen auf dem Fußboden und packen ihre Geschenke aus. Ein Durcheinander von Papier und Geschenken, einfach toll! Da meine Eltern so ungefähr 500 Geschenke hierher geschickt haben, brauchten wir Stunden, um alles anzusehen, es war himmlisch.
Obwohl ich vorher gesagt habe, dass mein Geschenk der USA-Aufenthalt ist und ich mir nichts wünsche... Das größte Geschenk ist, dass ich eine zusätzliche Familie gefunden habe.
Na ja, neues Jahr, neues Glück, habe ich mir gedacht, könnte ich mich ja mal umstylen. Wie ist es?


Weihnachten ohne Johanna
Es tat gar nicht weh
Natürlich fehlt eine Person an Weihnachten während des Gastschulaufenthalts. Aber so schlimm ist dann doch alles nicht. Von Trauer keine Spur.
Ganz im Gegenteil haben wir telefoniert und alles prima überstanden. Wahrscheinlich hilft es aber auch, wenn man viel um die Ohren hat und zudem noch sicher ist, dass Sohn oder Tochter die beste Gastfamilie der USA gefunden hat.
Außerdem stehen zumindest wir (verbotenerweise) in sehr engem Kontakt zu der Familie. Würde man nicht so weit auseinander wohnen, würde man sich eben zum Essen verabreden.
Ganz schönes Gefühl, oder? Das sollte Eltern ein bisschen Angst nehmen.