Der dritte Tag

Wir essen den ganzen Tag

Was für uns zehn Minuten sind, ist für Amerikaner eine Stunde. Dies gilt besonders für das Autofahren. Es ist in den USA völlig normal, stundenlang Auto zu fahren, dazu sind die Straßen eben ja auch da. Man kann stundenlang geradeaus fahren und braucht kaum anzuhalten.
Wir haben einen Ausflug gemacht, einen Ausflug zum Michigan-See. Riesig groß ist der und wunderschön, wir haben es genossen. Allerdings haben wir auch eben sehr sehr lange im Auto gesessen.
Dabei haben wir wunderschöne Häuser, Gärten und Gegenden gesehen. Geschäfte um Geschäfte haben wir besucht und ein wenig Geld ausgegeben.
Die Toiletten, so haben wir festgestellt, waren stets sehr sauber und überhaupt wird auf Hygiene sehr viel Wert gelegt.
Wir durften eine Drive-In-Apotheke besuchen, man braucht das Auto gar nicht zu verlassen. Gesprochen wird durch ein Mikrofon und es geht alles sehr schnell.
Natürlich haben wir auch das Auto gewaschen und blieben dabei im Auto sitzen. Bunte Farbtupfer, die ausnehmend nach Seife rochen, liefen an den Scheiben hinunter und ruck zuck, glänzte das Auto wie neu.

Zum Geld holen fuhren wir nicht zu einer normalen Bank, nein wir nutzen auch hier den Drive-In-Service. Bedeutet, man fährt an einen Counter und öffnet eine kleine Tür. Heraus kommt eine sogenannte „Bombe“, in die man seinen Check oder ähnliches legen kann, wenn man Geld ausgezahlt haben möchte. Die Bombe wird durch einen Gang gepresst, gelangt so zu dem Angestellten und wird bearbeitet. So lange steht man mit laufendem Motor und wartet. Kurze Zeit später kommt das Geld in einer „Bombe“ zurück. Zum Geldabheben fährt man einfach nahe genug an den elektronischen Schalter und gibt seine Zahlen ein, fertig.

Kritiklos bleiben in Amerika, das ist wichtig. Hier ist vieles anders als bei uns, das ist so und sollte akzeptiert werden. Wenn etwas zu erledigen ist, machen es sich die Amerikaner so einfach wir möglich, deshalb auch die vielen Drive-Ins.

Ein anderes Beispiel ist die automatische Zerkleinerungsanlage in der Küchenspüle. Wenn man Essensreste hat, braucht man sie nicht wegzuwerfen, man schiebt sie in den Zerkleinerer und ist die Essensreste los.
 
Wie schon häufiger erwähnt, wohnen wir bei der Gastfamilie. Das ist sehr nett und nicht selbstverständlich. Johanna sehen wir kaum bis gar nicht. Sie hat morgens Schule und danach Sportunterricht. Nach dem Unterricht finden Turniere statt, die am Abend von uns Eltern besucht werden. Bis zum Dunkelwerden wird gejohlt und gerufen, dann geht es ab nach Hause, ein bisschen Essen und Fernsehen, ein wenig Wein und dann ins Bett.
Übrigens essen die Amerikaner sehr gern in der Nacht Kuchen und Eis. Das ist ungewöhnlich, aber lecker.

Für uns ist es Zeit zum Packen. Morgen früh fahren wir alle gemeinsam nach Chicago, wir sind sehr gespannt. Es soll eine außergewöhnlich tolle Stadt sein, wir freuen uns. Das Packen war nicht ganz so einfach, denn ein paar Dinge sind hinzugekommen und der Platz ist beschränkt. Aber es muss gehen, wir müssen quetschen. Kaum zu glauben, die Zeit ist schon fast um, was sind schon zehn Tage für einen Amerikatripp? Eigentlich viel zu kurz, aber für uns eine tolle Sache!

Ich wunderte mich über die vielen Türme in Wisconsin, denn überall sieht man bunte Türme in der Gegend. Auf meine Nachfrage erhielt ich die Antwort, es handele sich um sogenannte Wassertürme. Sie werden benötigt, um den Wasserdruck in den Wasserleitungen aufrecht zu erhalten. Die Gegend sei sehr flach und ohne die Türme würde keine Wasserspülung funktionieren.
 

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